Der Titel „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ wird von den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern vergeben.
Bachelor Professional und Master Professional sind berufliche Fortbildungsabschlüsse (praxisorientiert) im Rahmen des Berufsbildungssystems (IHK/HWK). Sie sind keine akademischen Abschlüsse. Die Rechtsgrundlage ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. Handwerksordnung (HwO).
Beispiele:
- Bachelor Professional in Wirtschaft (IHK)
- Bachelor Professional im Handwerk (HWK)
- Bachelor Professional in IT
Im DQR werden die Abschlüsse als gleichwertig eingestuft, unterscheiden sich jedoch inhaltlich und strukturell von einem akademischen Bachelor. Auch wenn berufliche Qualifikationen dem Niveau 6 zugeordnet werden, ist der Erwerb des Bachelorabschlusses nur durch ein entsprechendes Hochschulstudium möglich. Keinesfalls hat man z. B. mit dem Meisterbrief gleichzeitig auch den Bachelorabschluss erworben, oder umgekehrt. Der DQR wirkt sich nicht auf die Zulassungsvoraussetzungen im Hochschulbereich aus.
Im Vergleich ein Bachelor an einer Hochschule ist ein akademischer Hochschulabschluss (wissenschaftlich orientiert an einer Universität, Hochschule, Fachhochschule). Der Zugang ist in der Regel mit Abitur oder Fachhochschulreife, in manchen Fällen auch über berufliche Qualifikation.
Beispiele:
- Bachelor of Arts (B.A.)
- Bachelor of Science (B.Sc.)
- Bachelor of Engineering (B.Eng.)
Die Hochschulabschlüsse sind international anerkannt und Voraussetzung für akademische Laufbahnen oder Masterstudiengänge.
Beachte: Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) verdeutlicht die Gleichwertigkeit der Niveaus unterschiedlicher Abschlüsse. Gleichzeitig wird damit die Vielfalt und Stärke der verschiedenen Bildungswege unterstrichen: Qualifikationen, die an unterschiedlichen Lernorten erworben werden, zeichnen sich durch jeweils eigene fachliche Spezialisierungen und besondere Schwerpunkte aus.
So bringen beispielsweise Meister/innen, Fachwirte/innen, Techniker/innen und Bachelorabsolvent/innen jeweils spezifische fachliche und soziale Kompetenzen mit, die unterschiedliche berufliche Anforderungen optimal ergänzen. Diese individuellen Profile machen die Abschlüsse individuell und gezielt einsetzbar, z.B. bei der Besetzung passender Positionen.
Entsprechend behalten die einzelnen Qualifikationen ihren eigenständigen Charakter und können nicht ineinander umgewandelt werden.
Weitere Infos zum DQR sind hier zu finden: FAQ - Deutscher Qualifikationsrahmen