Multiple Choice

An einem milden Februartag dieses Jahres schlenderten wir durch Wien, vorbei an Naschmarkt und Secession. In einer kleinen typischen Buchhandlung entdeckten wir ein Buch mit dem Titel »Elefant« und der Zeichnung eines rosafarbenen kleinen Elefanten. Im Roman von Martin Suter versteckte sich das Thema für unser Projekt.

»Es war Juni 2016, die Zweige der Büsche vor dem Höhleneingang hüpften unter schweren Regentropfen, und dahinter konnte Schoch in der Morgendämmerung den grauen Regenvorhang ausmachen, dessen gleichmäßiges Rauschen hineindrang. Es war ungewöhnlich kalt für den Juni. Schoch schälte sich aus dem Schlafsack, richtete sich auf, soweit es die niedrige Schlafstelle zuließ und packte sein Bett zu einer harten Rolle zusammen«.

Mit dieser ergreifenden Story aus der Stadt Zürich war mir klar, dass es spannend für die Innenarchitekturstudierenden sein wird, sich mit dem hochbrisanten Thema »Unterkünfte für Menschen in Not« auseinander zu setzen. International gibt es bereits viele Projekte, die sich der wachsenden Obdachlosigkeit widmen. Seit 2015, dem Beginn der massiven Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland, änderte sich auch die Situation für wohnungslose Menschen in Großstädten. In Deutschland sind von Obdachlosigkeit 350.000 Menschen betroffen und jedes 4. Kind lebt in Armut. Es gibt nicht genügend Wohnungen und Schlafplätze, weder in Köln, noch in Hamburg oder München. Auch Job-Nomaden und Studierende sind von der wachsenden Wohnungsknappheit betroffen und können sich die überteuerten Wohnungen mit bis zu 16 € pro Quadratmeter in den deutschen Metropolen nicht mehr leisten. Auch für sie gilt es, einfache und mobile Unterbringungen zu kreieren.

Acht Projektbeiträge sind in den vergangenen Monaten entstanden. Wir haben in den ersten Wochen eifrig Informationen und Material zusammengetragen und luden drei verschiedene Referenten aus Rosenheim ein, um auch die Situation in Oberbayern abzuklopfen. Natürlich ist es hier nicht so dramatisch wie in München, gleichfalls tritt das Problem auf. Die Diakonie, Referat für Obdachlosigkeit (Wohnungsnotfallhilfe) wie auch die »Soziale Stadt Rosenheim«, Sachgebiet Wohnungswesen, schilderten sehr anschaulich die Situation.

Betreuung

Prof. Hermann Krose

Publikationen