Gemeinsam für ein klimaresilientes Burghausen: Studierende entwickeln praxisnahe Lösungen

Studierende des Campus Burghausen bei der Abschlussveranstaltung des Moduls „Einführung in die Umwelttechnologie“ mit (v.l.) Philipp Berndl (Campus Burghausen), Sarah Freudlsperger (Leiterin des Umweltamts der Stadt Burghausen), Ines Huber (Mitarbeiterin des Umweltamts der Stadt Burghausen) und Prof. Dr.-Ing. Angela Klüpfel (Campus Burghausen).

Wie können Städte besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende der Bachelorstudiengänge Betriebswirtschaft und Umwelttechnologie am Campus Burghausen. Gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt Burghausen entwickelten sie im Sommersemester 2026 praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für den Umgang mit zunehmender Hitze und Starkregen.

Das Projekt entstand im Rahmen des Moduls „Einführung in die Umwelttechnologie“ unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Angela Klüpfel und Philipp Berndl. Ziel war es, aktuelle Herausforderungen der kommunalen Klimaanpassung anhand eines realen Praxisbeispiels zu analysieren und konkrete Lösungsansätze für die Stadt Burghausen zu entwickeln.

Im Mittelpunkt standen zwei Themenfelder: Hitzeschutz und das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Dieses verfolgt das Ziel, Regenwasser möglichst vor Ort zu speichern, zu reinigen und für die Bewässerung von Grünflächen oder zur Kühlung der Stadt nutzbar zu machen.

Eine Projektgruppe untersuchte auf Grundlage der Burghauser Hitzekarte, welche Bereiche der Stadt während Hitzeperioden besonders belastet sind und welche Bevölkerungsgruppen – insbesondere ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen – davon betroffen sind. Darauf aufbauend entwickelten die Studierenden Maßnahmen, um die Hitzebelastung zu reduzieren und die Bevölkerung besser zu schützen. Dazu gehören unter anderem der Informationsflyer „Sicher durch den Sommer“ für ältere Menschen und ihre Angehörigen sowie die Idee einer interaktiven Karte, auf der Bürgerinnen und Bürger kühle Aufenthaltsorte in Burghausen finden oder selbst ergänzen können.

Die zweite Projektgruppe beschäftigte sich mit dem Schwammstadt-Prinzip. Im Fokus stand die Frage, wie Regen- und Oberflächenwasser künftig besser gespeichert, gereinigt und für Stadtbäume sowie Grünflächen nutzbar gemacht werden kann. Die Studierenden untersuchten verschiedene Systeme zur Wasserspeicherung und -aufbereitung, analysierten den Einfluss von Verunreinigungen – beispielsweise durch Streusalz – und prüften, welche erfolgreichen Konzepte aus anderen Städten auf Burghausen übertragen werden könnten.

Prof. Dr.-Ing. Angela Klüpfel ordnet den Stellenwert des Projekts für die Lehre ein: „Die Studierenden haben sich innerhalb kurzer Zeit intensiv mit den Themen Klimawandel, Klimaresilienz und kommunalen Anpassungsstrategien auseinandergesetzt. Dabei sind fundierte und zugleich praxisnahe Lösungsansätze entstanden. Besonders freut mich, mit welchem Engagement und welcher Kreativität die Studierenden an den realen Fragestellungen gearbeitet haben. Solche Projekte vermitteln nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern zeigen auch, wie Wissenschaft einen konkreten Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten kann. Wir würden uns freuen, die Zusammenarbeit mit dem Umweltamt in der Zukunft fortzusetzen.“

Im Rathaus der Stadt Burghausen stellten die Studierenden ihre Ergebnisse Vertreterinnen und Vertretern des Umweltamts vor. Sarah Freudlsperger, Leiterin des Umweltamts der Stadt Burghausen, zeigt sich mit den Ergebnissen zufrieden: „Die Studierenden haben sich intensiv mit den Herausforderungen unserer Stadt beschäftigt und interessante Ideen entwickelt. Die vorgestellten Konzepte liefern wertvolle Impulse für unsere Arbeit im Bereich der Klimaanpassung. Die Zusammenarbeit mit dem Campus Burghausen hat gezeigt, wie gewinnbringend der Austausch zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis sein kann.“

Auch Philipp Berndl, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Angela Klüpfel betreute, zieht ein positives Fazit: „Mein besonderer Dank gilt dem Umweltamt Burghausen für die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie den Studierenden, die mit großem Engagement und vielen frischen Ideen überzeugt haben. Der enge Austausch mit einem kommunalen Partner ermöglicht es unseren Studierenden, wissenschaftliche Methoden unmittelbar auf reale Fragestellungen anzuwenden. Wir freuen uns sehr, wenn wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit künftig mit weiteren gemeinsamen Projekten fortsetzen können.“

Das Projekt verdeutlicht, wie praxisorientierte Lehre am Campus Burghausen aussieht: Studierende bearbeiten reale Fragestellungen regionaler Partner und entwickeln Lösungen mit direktem gesellschaftlichem Bezug. Gleichzeitig profitieren Kommunen von wissenschaftlich fundierten Analysen und neuen Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen.

Studieninteressierte können sich noch bis zum 15. September für die Bachelorstudiengänge Umwelttechnologie und Betriebswirtschaft am Campus Burghausen bewerben. Weitere Informationen zu den Studiengängen und zum Bewerbungsverfahren gibt es hier.