Wie lange haben Planeten Zeit, in den Akkretionsscheiben junger Sterne ihre Masse aufzunehmen? Welche Erklärungsansätze gibt es für die Entstehung von massereichen Sternen und warum treten diese als Doppelsternsysteme bzw. Sternenhaufen auf? Mithilfe von Simulationen erklärte Dr. Christian Hummel die beiden derzeit konkurrierenden Theorien: Einige Astronomen gehen davon aus, dass massereiche Sterne analog zu den massearmen Sternen entstehen, nämlich durch den Kollaps eines kohärenten Kerns in einer Gas- & Staubwolke. Die konkurrierende Akkretion hingegen nimmt an, dass mehrere Kerne in der Gaswolke parallel kollabieren. Neben diesem Einblick in die aktuellen Theorien und Forschungsfragen brachte Dr. Christian Hummel konkretes Anschauungsmaterial mit. Er stellte den Zuschauern verschiedene Teleskope und deren Einsatz- und Darstellungsmöglichkeiten vor und veranschaulichte deren Techniken unter anderem mit Durchmusterungsbildern von Dunkelwolken, vom Pferdekopfnebel im Orion sowie vom jungen Stern HL-Tauri, bei dem man erstmals eine Staubscheibe um einen neugeborenen Stern abbilden konnte.
Nach Stationen am Max-Planck-Institut in Bonn und dem United States Naval Observatory in Washington DC arbeitet Dr. Christian Hummel seit 2003 für die Europäische Südsternwarte, zunächst fünf Jahre in Chile und seitdem im Hauptquartier in Garching. Die Europäische Südsternwarte betreibt unter anderem die vier großen "Very Large Telescopes“ (VLT) in Chile mit je 8,2 m Durchmesser und baut gerade das weltgrößte Teleskop "European Extremely Large Telescope“ (E-ELT) auf einem benachbarten Berg. Das E-ELT wird knapp 40 Meter Durchmesser haben und noch mehr Detaildaten zur Stern- und Planetenentstehung im Weltall liefern.
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