Für volles Haus sorgte zwei Tage später auch Prof. Dr. Herbert Plischke mit seinem Vortrag „Enlighten Your Brain“, in dem er den Zusammenhang von Licht und menschlicher Gesundheit erklärte.
Mit Start der Vortragsreihe „Licht+“ gibt die Hochschule Rosenheim dem Internationalen Jahr des Lichts einen würdigen Rahmen. Bei der Auftaktveranstaltung der Vorlesungsreihe stand „Licht+Astronomie“ im Mittelpunkt. Josef M. Gaßner, studierter Mathematiker und Physiker, brachte den rund 330 auf Einladung der Hochschule gefolgten Zuhörern in seinem Vortrag „Lesen im Licht der Sterne: der kosmische Barcode der Erkenntnis“ die Welt der Sterne näher, vor allem mit dem Punkt, dass die Astronomen ihre Erkenntnisse hauptsächlich aus dem Licht der Himmelobjekte gewinnen. Dabei stieg er mit der für uns alle interessanten Frage ein: Wie weit sind Sterne eigentlich wirklich weg und wie kann man dies messen, wie genau wird das Licht dazu analysiert? Er spannte den Bogen von der Entstehung von Sternspektren bis zu den neuesten Erkenntnissen um Dunkle Materie und Gravitationswellen, die alle aus dem Licht der Sterne gewonnen werden. Generell spielt die Klassifizierung der Sterne nach dem Aussehen ihres Lichtspektrums dabei eine wesentliche Rolle. Nicht minder erstaunt waren die Zuhörer über die Tatsache, dass der Mensch zu 92% aus Sternenstaub besteht.
Wie sich Licht auf die Gesundheit des Menschen auswirkt, das erläuterte Herbert Plischke, Professor an der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik der Hochschule München, beim zweiten Vortrag der Reihe. Er erklärte zunächst den Unterschied von natürlichem und künstlichem Licht und gab einen historischen Rückblick über die ersten Forschungen, die einen Zusammenhang zwischen Licht und dem menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus herstellten, bis hin zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zur richtigen Zeit ist das richtige Licht ein präventiver Faktor für guten Schlaf in der Nacht sowie körperliche und geistige Fitness am Tag. Als ehemaliger Leiter des Generation Research Program (GRP) der Universität München konnte Herbert Plischke aus seiner langjährigen Erfahrung in der Durchführung von wissenschaftlichen Studien zu menschenzentrierter Beleuchtung berichten: Etwa wie sich die richtige Beleuchtung auf Schichtarbeiter auswirkt und wie dynamische Beleuchtung in Schulen die Aufmerksamkeit der Schüler steigern kann. Zur richtigen Zeit eingesetzt, sei Licht fast wie ein Medikament. Versuche zum Einsatz von Licht in der Schmerztherapie, die Auswirkungen eines gestörten Biorhythmus aufgrund von Schichtarbeit und einer einhergehenden Dysbalance von natürlichem Licht, künstlichem Licht und Nacht auf das Brust- und Prostatakrebsrisiko: diese Forschungen stehen zum Teil noch am Anfang. Einen Rat gab Herbert Plischke den Zuhörern noch mit auf den Weg: Wer Lichthygiene betreibt, schläft besser und hat tagsüber mehr Energie, daher sollte man dunkel und kalt schlafen und den Gebrauch von Smartphone, Tablet und Co. vor dem Schlafen meiden.
Kommende Woche lädt die Hochschule zu zwei weiteren Terminen der Reihe ein:
Licht + Architektur
"Tages- und Kunstlicht in der Architektur"
Referent: Prof. Michael Schmidt
Mittwoch, 18. November 2015 um 19:00 Uhr
B 0.23 (Raumänderung – nicht wie geplant in E 0.01)
Licht + Dunkelheit
Filmvorführung „The City Dark“
Einführung durch Prof. Mathias Wambsganß
Donnerstag, 19. November 2015 um 19:00 Uhr
B 0.23
Weitere Informationen sowie das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Sie unter http://www.fh-rosenheim.de/lichtplus.html
Zum Download:
- Pressemitteilung (Word-Dokument)
- Pressemitteilung (pdf-Dokument)
- Bildmaterial: Volles Haus zum Auftakt der Veranstaltungsreihe Licht+; Erklärte den kosmischen Barcode der Erkenntnis: Dr. Josef M. Gaßner; Dr. Josef M. Gaßner bei seinem Vortrag "Lesen im Licht der Sterne"; Erklärte den Zusammenhang von Licht und Gesundheit: Prof. Dr. Herbert Plischke