Auch zum Ende des Sommersemesters hat die Projektmesse Digitalisierung an der TH Rosenheim praxisnahe Einblicke in die Studiengänge Informatik, Wirtschaftsinformatik und Applied Artificial Intelligence geboten. 22 studentische Teams präsentierten innovative Softwarelösungen und IT-Beratungsprojekte, die sie für Firmen und Institutionen entwickelt haben. Die Studierenden stellten in kurzen Vorträgen ihre jeweilige Aufgabenstellung vor und erläuterten die Umsetzung.
Mit der Veranstaltung verfolge man vor allem zwei Ziele, sagte Professor Dr. Gerd Beneken von der Fakultät für Informatik bei der Eröffnung. „Zum einen geht es darum, dass Studierende ihr Wissen aus dem Studium praxisnah anwenden. Das ist ein wichtiger Bestandteil unserer Ausbildung. Zum anderen sollen sie sich untereinander und mit Unternehmen in der Region vernetzen“, so der Leiter des Innovationslabors der Fakultät. Er organisierte die Messe zusammen mit seinen Kollegen Professor Dr. Martin Deubler, Professor Dr. Wolfgang Mühlbauer und Professor Dr. Christopher Jud. Letzterer übernimmt in den kommenden Semestern die Leitung des Innovationslabors von Professor Beneken.
Kühlstrecken in der Stahlproduktion
Um die Herstellung von Stahl ging es in einem Projekt der vier Informatikstudenten Marco Spörri, Valentin Schiffl, Matteo Kronast und Toni Birkelbach. Sie übernahmen einen Auftrag des Stahlwerks Annahütte, das zur Max Aicher Stiftung gehört. Konkret ging es darum, sich mit dem Abkühlungsprozess von Stahl zu beschäftigen. „In der Kühlstrecke werden vom Kunden vorgegebene mechanische Materialeigenschaften wie Dehnung, Zugfestigkeit und Streckgrenze durch gezielte Wasserkühlung eingestellt. Die Parameter wurden bislang auf Basis von Erfahrung manuell festgelegt“, erläutert Kronast.
Das Projekt soll nun die vorhanden umfangreichen historische Daten nutzen: „Ein Student der Applied Artificial Intelligence hat mehrere Machine-Learning-Modelle mit den Daten trainiert, sodass es die optimale Einstellung der Kühlzonen vorhersagen kann. Wir haben die Modelle praktisch nutzbar gemacht“, ergänzt Schiffl. Die Schichtarbeiter könnten die Empfehlung dann als Ausgangspunkt für die Produktion verwenden.
Gesundheits-App für Hochschulangehörige
Mit einem Projekt für die Gesundheitsförderung der Studierenden und Beschäftigten an der TH Rosenheim beschäftigten sich die Studierenden Alexander Eglseer, Marie Hauptmann, Robin Kwiatkowski und Florian Lindner. „Wir haben eine App entwickelt, die unterschiedliche Übungen zum Beispiel für die Beweglichkeit anbietet“, erläutert Kwiatkowski. Es gehe darum, nach längerem Sitzen etwas für den Körper zu tun. Auftraggeber sind Professorin Elisabeth Wildmoser (Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften) und Petra Amasreiter, die gefördert von der Initiative „Bewegt studieren!“ des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands und der Techniker Krankenkasse das Projekt RAP:Di (Rosenheimer ActionPath: Do it) umsetzen.
Speziell an der App ist, dass sie auf den Campus Rosenheim zugeschnitten ist, wo in einem nächsten Schritt verschiedene Stationen entstehen sollen, um die Übungen durchzuführen. „Wir haben die technischen Grundlagen gelegt. Im kommenden Semester wird das Projekt weiterentwickelt und da kommt dann auch der Studiengang Physiotherapie ins Spiel, der die Übungen auswählen und einarbeiten wird“, so der Informatik-Student.