Symposium des Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Abbildung 1: Angebots-, Nachfragepotential und Engpass für die Berufsgruppe 817 (Nicht-ärztliche Therapie und Heilkun-de) 2012-2030. Quelle: BMWi 2017, S.18.

Im Rahmen dieses Symposiums gab es neben verschiedenen Fachvorträgen rund um das Thema Raum für Diskussionen und Wortmeldungen unter den geladenen Gästen. Während des Symposiums wurde die professionsübergreifende Einigkeit in der Forderung nach einer vollständigen Akademisierung aller Therapieberufe und der Hebammenkunde mehr als deutlich. Sowohl VertreterInnen aus Berufsverbänden als auch aus Fachschulverbänden stellten sich zusammen mit den Hochschulverbänden geschlossen hinter diese Forderung. Aus den Fachvorträgen ging unter anderem hervor, dass für den Übergang zur Vollakademisierung, die innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre abgeschlossen sein könnte, bereits Modelle zur Ausgestaltung existieren. Ebenso wurde der sich bis 2030 weiter zuspitzende Fachkräftemangel in den Therapieberufen thematisiert. Eine vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (2017) in Auftrag gegebene Studie geht für das Jahr 2030 von einem starken Anstieg des Arbeitskräfteengpasses in den Therapieberufen aus. Aktuell lässt sich ein Engpass von rund 40.000 Personen bzw. ein relativer Engpass von 10,3% festhalten. Bis ins Jahr 2030 wird sich die Nachfrage von 389.000 in 2018 auf 426.000 erhöhen. Demgegenüber steht ein Angebotspotential von 321.000 Personen (2018: 349.000), was einen absoluten Engpass von 105.000 Arbeitskräften bzw. einen relativen Engpass von 24,6% bedeutet. Innerhalb der nächsten 12 Jahre wird sich der Engpass also mehr als verdoppeln.

Angesichts dieses zu erwartenden Engpasses kann es – nicht zuletzt aufgrund der prognostizierten soziodemographischen Entwicklungen – folglich keine angemessene quantitative Antwort geben. Als Reaktion auf diese Entwicklung muss vielmehr eine qualitative Aufwertung der Ausbildungen mit der Akademisierung als zentralen Bestandteil erfolgen. Deutlich wurde in diesem Zusammenhang die Dringlichkeit nach einer Steigerung der Attraktivität der Gesundheitsberufe. Insbesondere müssen neben einer besseren Entlohnung strukturelle Veränderungen in der Versorgung vorgenommen werden, sodass akademisierte TherapeutInnen und Hebammen ihre Kompetenzen besser entfalten und in die Versorgung integrieren können.

 

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Hrsg.) (2017): Entwicklung der Angebotsstruktur, der Beschäftigung sowie des Fachkräftebedarfs im nichtärztlichen Bereich der Gesundheitswirtschaft. Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Kurzfassung. Online verfügbar unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/entwicklung-angebotsstruktur-beschaeftigung-fachkraeftebedarf-im-nichtaerztlichen-bereich-der-gesundheitswirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=14.