Unter Berücksichtigung des multifaktoriellen Hintergrunds wurde ein Fragebogen entwickelt, der die Meinungen zur Passfähigkeit zwischen Bildung und Versorgung in vier Dimensionen von 19 Physiotherapeuten mit deutschem Staatsexamen, 15 Lehrenden der berufsfach- und hochschulischen Berufsbildung, 16 Politikern aus Gesundheits- und Bildungspolitik, Berufsverbänden und Gewerkschaft sowie von 17 Vertretern der interdisziplinären Schnittstelle wie Ärzte, andere Gesundheitsfachberufe, Gesundheitswirtschaft und Krankenkassen untersuchte.
Demografischer und epidemiologischer Wandel werden in der berufsfachschulischen Ausbildung signifikant weniger schwerpunktmäßig berücksichtigt als von den außen stehenden Gruppen erachtet. Wachsende Anforderungen brauchen eine höhere Qualifizierung, implizieren mehr Professionalität, Verantwortung und Wertschätzung und könnten die Preisgestaltung auf dem Gesundheitsmarkt beeinflussen. Um besser auf die geänderten Rahmenbedingungen reagieren zu können, müssten die Berufsgesetze eigenverantwortliches Arbeiten durch direkte Zugänglichkeit oder Blankoverordnungen ermöglichen und die Ausbildungsgesetze dazu aktualisiert werden. Die Hochschulen decken den Bedarf an wissenschaftlich qualifizierten Physiotherapeuten noch zu wenig ab, dabei könnte ein Hochschulabschluss die Versorgungsbedarfe effektiver decken.
Unterschiede in den Meinungen der Gruppen konnten in der Passfähigkeit von berufsfachschulischer Ausbildung zum Versorgungsbedarf beobachtet werden. Gemeinsame Meinungstrends zeigten eine Tendenz zur Aktualisierung der Berufs- und Ausbildungsgesetze und dem Mehrwert einer hochschulischen Ausbildung.
Die Ausbildung sollte sich am zukünftigen Bedarf orientieren und durch Aktualisierung der Berufs- und Ausbildungsgesetze eigenverantwortliches Arbeiten ermöglicht werden. Die hochschulische Ausbildung soll für eine bedarfsgerechte Patientenversorgung angestrebt werden.