Promotion für HAW-Absolvent/innen

Den Weg der Industriepromotion hat Dr. Jörg-Christian Stach gewählt. Nach seinem Diplomstudium der Holztechnik folgte der Abschluss im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Rosenheim. Im Anschluss begann er seine Industriepromotion bei der Robert Bosch GmbH. Seine Dissertation behandelte ein Thema der Produktionstechnik. Stachs Doktorvater lehrte an einer britischen Universität und so kombinierte er Besuche in England oftmals mit Projekten in britischen Werken. Derzeit sind bei der Robert Bosch GmbH über 300 Doktoranden in den vier Unternehmensbereichen Mobility Solutions, Industrial Technology, Energy and Building Technology und Consumer Goods tätig. Der Fokus liegt unternehmensbedingt auf ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen, zunehmend werden jedoch auch Themen aus dem Wirtschaftsingenieurwesen, der Betriebswirtschaft sowie der Soziologie und Betriebswirtschaft vergeben.

Thomas Meissner, Absolvent des Bachelor- und Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Rosenheim, promoviert derzeit bei der BMW AG in der Sparte Motorrad. Seine Promotion behandelt strategische Entscheidungen in einem veränderten Unternehmens- und Wettbewerbsfeld. Meissners Erstbetreuer ist Professor an der EBS Universität, die Zweitgutachterin seiner Arbeit lehrt an der Hochschule Rosenheim. Aktuell sind knapp 300 Doktoranden bei der BMW AG und ihren Tochtergesellschaften beschäftigt. Auch hier liegt der Fokus auf ingenieurwissenschaftlichen Promotionsthemen, die zunehmend aus anderen Fachrichtungen bereichert werden.

Für beide Unternehmen sind Wirtschaftsingenieure insbesondere bei Querschnittsthemen zu technisch-betriebswirtschaftlichen Fragestellungen geeignete Kandidaten für eine Promotion. Der Einstieg als Doktorand erfolgt meist über Kontakte oder ausgeschriebene Doktorandenstellen. Insbesondere bei Großkonzernen müsse man am Ball bleiben und seine Kontakte nutzen oder aufbauen, erläuterten die beiden Absolventen. Von Vorteil sei auch, dass man bei beiden Unternehmen in ein Doktoranden-Programm mit interessanten Bausteinen eingebunden ist, diese Programme sind je nach Thema auf maximal drei Jahre beschränkt.

Rosina Rieder hat sich für eine Promotion an der Hochschule Rosenheim entschieden. Sie hat zunächst den Bachelorstudiengang Innenausbau absolviert, anschließend folgte der Masterabschluss Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Rosenheim. Rieder ist eine von derzeit 16 Doktoranden der Hochschule Rosenheim, die kooperativ promovieren. Ihre Arbeit behandelt eine Methode zur Kritikalitätsbewertung von Rohstoffen für ressourceneffiziente Gebäude. Rieders Arbeit wird von einem Tandem bestehend aus einem Professor der TU München, Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt, und einer Professorin der Hochschule Rosenheim, Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen, betreut. Zudem wird ihre Promotion durch ein Graduierten-Programm an der TUM Graduate School und Veranstaltungen der Hochschule Rosenheim begleitet. An der Hochschule Rosenheim kann sie auf die Vernetzung und die Erfahrung anderer Doktoranden sowie kurze Wege bei der Betreuung zurückgreifen, gleichzeitig hat sie durch die Einbindung in Forschungsprojekte Kontakt zu Industriepartnern der Region, wie Riederer berichtete.

Wirtschaftsingenieurwesenprofessorin Dr. Sandra Krommes berichtete abschließend über das Bayerische Wissensforum (BayWISS), eine Kooperation aus 30 bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die kooperativen Verbund-Promotionen zu sechs Fachforen eine Plattform gibt. Die Hochschule Rosenheim ist im Fachforum Ressourceneffizienz und Werkstoffe als Träger bzw. Steuerkreis-Mitglied vertreten. Insgesamt strebt die Hochschule den Ausbau kooperativer Promotionen an, um geeigneten Masterabsolventen/innen in Forschungsprojekten die Möglichkeit der Promotion zu eröffnen.