Das Studierendenteam und die Projektbetreuer Ludger Wallersheim, Fakultät für angewandte Natur- und Geisteswissenschaften, und Erwin Resch, Fakultät für Holztechnik und Bau, folgten der Einladung der Vorstandschaft des Alpenvereins Sektion Rosenheim, Herrn Knarr und Herrn Vögele. Im Rahmen ihrer Projektarbeit sahen sich die Studierenden mit umfangreichen Aufgabenstellungen konfrontiert: So ermittelten zwei Studierende anhand vorhandener Pläne und Aufzeichnungen sowie durch eigene Messungen vor Ort die Kenndaten des Gebäudes, das in über 125 Jahren mehrmals verändert und erweitert wurde. Anhand der Werte war es ihnen möglich, die maximale Heizlast und den Jahresenergiebedarf der Alpenvereinshütte zu bestimmen.
Aufgrund der Lage auf ca. 1.300m sind die Klimabedingungen für das Gebäude extremer als im Tal. Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Einfamilienhaus liegt bei der Alpenvereinshütte eine zeitlich stark wechselnde Nutzung des Gebäudes vor. Der Pächter versorgt hier in Stoßzeiten bis zu 200 Tagesgäste und 30 übernachtende Gäste. Die Herausforderung bestand darin, aus diesen sehr unterschiedlichen Daten ein für das gesamte Jahr gemitteltes Nutzerprofil und die ebenso verschiedenartigen Materialdaten der Gebäudehülle in die Energieberatungs-Software einzugeben.
Das zweite Studierendenteam untersuchte die Heizungsanlage der AV-Hütte. Sie recherchierten die über die letzten Jahre geänderten und erweiterten Heiz- und Warmwasser-Kreisläufe, die Pumpen und Speicher und erstellten aus den Daten Anlagenpläne, inklusive der installierten Pelletheizung, Kachelofen und Wärmepumpe. Dabei konnte der tatsächliche Jahresenergieverbrauch ermittelt und dem theoretisch bestimmen Wert gegenübergestellt werden. Das dritte Studierendenteam erforschte aus mehreren möglichst ortsnahen Wetterstationen einen mittleren durchschnittlichen Jahresklimaverlauf (Temperatur, Solarstrahlung, etc.). Zusätzlich wurde für zwei Monate vor Ort eine mobile Wetterstation installiert, um die gemessenen Werte mit den ermittelten zu validieren. Die Wärmepumpe wurde in zwei ausgesuchten Zeiträumen an das Heizungssystem angeschlossen und die energetischen Flüsse im Heizungssystem gemessen.
Eine weitere Kooperation von DAV Rosenheim mit der Hochschule Rosenheim zur Optimierung von Gebäudehülle und den energetischen Anlagen der sektionseigenen Berghütten ist im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten geplant.
Weitere Informationen zur Projektarbeit finden Sie in der Pressemitteilung.