Studierende und Vertreter aus Praxis, Politik und Wirtschaft nahmen an einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema teil. Gemeinsam erörterten die Teilnehmer mögliche Reforminhalte für die Berufsgesetze der Gesundheitsfachberufe, insbesondere die therapeutischen Berufe wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie.
Die Podiumsteilnehmer Prof. Dr. Gerhard Igl, Rechtswissenschaftler, Gerd Dielmann, ehemals Fachgruppenleiter Gesundheitsberufe in der ver.di-Bundes-verwaltung, Peter Marschall, Repräsentant der Landespolitik und Prof. Dr. Mieke Wasner, HVG-Vorstandsmitglied, gingen unter Moderation von Prof. Dr. Andrea Warnke, ebenfalls Vorstandsmitglied des HVG, auf Fragen zum Diskussionspapier „Eckpunkte zur Ausbildungsreform in Heilberufen“ ein. Das von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern von Berufs- und Berufsschulverbänden, HVG und ver.di entwickelte Papier basiert auf der Idee, die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Berufsgesetze in einem Gesetz zusammenzufassen und die Ausbildung in Theorie und Praxis zu verbessern und zu modernisieren. Unter den Diskussionsteilnehmern fand dieser Plan insgesamt mehrheitliches Interesse, jedoch mit unterschiedlichen Zielvorgaben. Einigkeit herrschte besonders bezüglich der Abschaffung des Schulgeldes und der Feststellung, dass sowohl die berufsfachschulische als auch die hochschulische Ausbildung einer Reform der Berufsgesetze bedarf.
Studierende des Studiengangs Physiotherapie der Hochschule Rosenheim sowie Physiotherapeuten der Region und Vertreter aus kooperierenden Einrichtungen des Studiengangs Physiotherapie beteiligten sich aktiv an der Diskussion. „Es geht um die Weichenstellung für die Zukunft“, bekräftigte Studiengangsleiterin Prof. Sabine Ittlinger. Der Bachelorstudiengang Physiotherapie an der Hochschule Rosenheim war 2012 als erster primärqualifizierender Studiengang in Bayern in diesem Fachbereich gestartet. Die ersten Studierenden werden im Wintersemester 2015/2016 ihr Bachelorstudium „Physiotherapie“ abschließen.