Im Rahmen einer Semesterarbeit, betreut von Prof. Linn Song, haben Studentinnen der Fakultät für Innenarchitektur, Architektur und Design der Technischen Hochschule Rosenheim Entwürfe für einen Musikpavillon im Park Leopold in Brüssel erarbeitet. Im Zuge des Kooperationsprojektes zwischen der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU und dem MIXstudio der TH Rosenheim sind zehn einzigartige Konzepte für das Bauwerk im Zentrum Europas entstanden.„Einen Musikpavillon für Europas Hauptstadt zu entwerfen war eine einmalige Gelegenheit für die Studentinnen. Die etwas ungewöhnliche Aufgabe für Innenarchitekt*innen - eine Art „Urban Furniture“ für einen spezifischen Ort - war mit ihren städtebaulichen, landschaftsgestalterischen, architektonischen und innenarchitektonischen Aspekten eine große Herausforderung für die Studentinnen, welche aber zu vielfältigen und spannenden Entwürfen geführt hat", sagt Prof. Linn Song.
Eine bayerisch-belgische Jury, unter dem Vorsitz des früheren Bayerischen Europaministers und Ersten Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet, hat nun das Sieger-Modell gekürt. Johanna Ecker wurde für ihren Entwurf „Hommage an Zollinger“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Ihre Arbeit soll nun in direkter Nachbarschaft zum Europäischen Parlament und der Bayerischen Vertretung in Brüssel realisiert werden. Angestrebt ist eine Umsetzung durch ein Brüsseler Architekturbüro im Jahr 2022.
Überzeugt durch Optik und Funktion
Vom »Zollinger Dach« inspiriert, bietet der entworfene Musikpavillon von Johanna Ecker nicht nur funktional viele Vorteile, sondern kann auch optisch durch seine sichtbare Tragwerksstruktur überzeugen. Die Wärme des Holzes und die Offenheit des Konzeptes laden in den Pavillon ein und die aus dem Fundament weitergeführten Ablagen und Sitzflächen bieten Platz zum Verweilen. Abgeleitet aus der Musik und den sich weiterbewegenden, wiederholenden Schallwellen entsteht die klare Form und Offenheit des Pavillons. Das Tragwerk spiegelt die bayerischen, traditionellen Hintergründe wider. Die Ausrichtung auf das Parlament und die bayerische Vertretung in gleicher Maßen verbindet die beiden Gebäude und den Pavillon optisch miteinander. Die Grund- und Nutzfläche umfasst 20 m², die sich aus dem tunnelähnlichen Dach ergeben. Durch die Haupttragestruktur der Lamellen, die lediglich in einem bestimmten Winkel zueinander angeordnet und verschraubt sind, ergibt sich die Form und Rundung, sowie die leichte Montage des Aufbaus.
Platz zwei geht an Irina Peitz für ihren Entwurf „Dialog“ und Platz drei an Oleksandra Daleka für „Alps Frame“. „Für uns war klar: Dieser besondere Ort verdient etwas Besonderes, nichts von der Stange. Und das Beste daran: Wir konnten die Technische Hochschule Rosenheim dafür begeistern. Prof. Linn Song und seine Studentinnen haben uns mit den Entwürfen ihren Blick auf Brüssel und Bayern gezeigt, auf Europa und die Heimat“, sagt Barbara Schretter die Leiterin der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union.
Möglich wurde dieses Projekt erst, da Bayern für die Nutzung eines kleinen Grundstückteils im Rahmen einer Baumaßname am Gebäude der Bayerischen Vertretung in Brüssel die Erlaubnis des Parlaments benötigte. Die durch den Generalsekretär des Parlaments, Klaus Welle, daraufhin vorgeschlagene Gegenleistung war ungewöhnlich und ehrenvoll zugleich: Denn ihm lag ein Beitrag Bayerns zur Belebung des Parks am Herzen: ein kleiner Musikpavillon gegenüber dem Besuchereingang des EU-Parlaments.