Außergewöhnliche Umgebungsbedingungen steuern im Weltraum nicht nur das Leben der Astronauten, sondern bestimmen auch den Aufbau und die Funktionen der Computertechnik. In populärwissenschaftlichen Sendungen, Artikeln und Büchern wird oftmals die geringe installierte Rechenleistung in Raumfahrzeugen und Satelliten im Vergleich zu irdischen System thematisiert. Referent Dr. Knut Eckstein, System-Ingenieur bei der Europäischen Weltraumbehörde in Noordwijk/Niederlande, beleuchtet in seinem Vortrag an der Hochschule Rosenheim das Thema „Computer im Weltraum“ und berichtet über seine Erfahrungen. Der Vortrag findet am Dienstag, 02. Juni 2015 um 19 Uhr in Hörsaal B 0.23 der Hochschule Rosenheim statt.
Die Rechenleistungen der Board-Computer von Raumfahrzeugen sind im Gegensatz zu den heutigen Standardleistungen eines Computers im Rückstand. Angeblich betrug die Rechenleistung des Space Shuttles weitaus weniger als die eines Smartphones. Was stimmt daran, was nicht, und wieso? Die außergewöhnlichen Bedingungen im Weltall spielen eine wichtige Rolle: Extreme Temperaturschwankungen, kosmische Strahlungen der Sonne und des Weltraums, das Vakuum sowie die fehlende Gravitation. In seinem Vortrag an der Hochschule Rosenheim erläutert Dr. Knut Eckstein die verschiedenen Bedingungen im Detail. Welche spannenden Aufgabenstellungen müssen weltraumbasierte Computersystem erfüllen? Wie schaut ein Computer im Weltall aus? Wie unterscheidet er sich von den uns bekannten Computern? Jene Fragen beantwortet Eckstein anhand von Beispielen von Weltraumteleskopen und weiteren Beispielen aus der bemannten und unbemannten Raumfahrt, wo sich extreme Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Computer ergeben. So hat die Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit eines Weltraumcomputers oberste Priorität.
So mussten auch die Computer der Kometen-Landesonde „Philae“ zehn Jahre lang der Kälte und Hitze im Weltall trotzen, bis sie im vergangenen Herbst Daten und Bilder von der Oberfläche des Kometen „67P/Tschurj“ senden konnten. Die Landesonde ist Thema des nächsten Astronomie-Kolloquiums am 25. Juni 2015 um 19 Uhr. Prof. Dr. Berndt Feuerbacher, einer der Väter von "Philae", gibt im Vortrag „Rosetta, Philae und der Komet“ interessante Einblicke in das Abenteuer, die Landung und die Ergebnisse der Mission.
Zum Download:
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- Bildmaterial: Referent Knut Eckstein; Powerboard von Maxwell Technologies mit drei IBM Prozessoren. Erstflug: ESA’s Gaia-Mission. 2009. (Foto: Maxwell Technologies (USA), ESA); Service-Mission am Hubble Weltraum Teleskop durch das Shuttle Discovery (1997) (Foto: ESA)