Bundesregierung fördert Versorgungsforschung

Das Team des Forschungsprojektes: Verena Kronast, Prof. Dr. Martin Müller und Prof. Dr. Petra Bauer

Eine interdisziplinäre und organisationsübergreifende Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Eva Grill vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der Ludwig-Maximilians-Universität München hat erfolgreich eines von sechs bundesweit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kompetenznetzwerken für Versorgungsforschung eingeworben. Maßgeblich beteiligt an der Arbeitsgruppe war Prof. Dr. Martin Müller von der Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften der Hochschule Rosenheim. Das Netzwerk „MobilE-Net“ konnte mit dem Konzept zur Förderung sozialer Teilhabe und Lebensqualität im Alter durch Verbesserung der Mobilität überzeugen. Gemeinsam mit 16 Partnern aus Hochschule, Versorgungspraxis, Kostenträgern und Behörden soll die Versorgung von älteren Menschen mit gesundheitlich bedingten Einschränkungen der sozialen Teilhabe untersucht und durch die Entwicklung von Versorgungspfaden optimiert werden.

In dem mit 1,8 Mio. Euro geförderten Netzwerk werden in der ersten Stufe neben dem zentralen Koordinierungszentrum an der LMU drei Forschungsprojekte ihre Arbeit aufnehmen, die sich mit dem Leitsymptom Schwindel und den Konsequenzen von Gelenkerkrankungen beschäftigen. Eines dieser Projekte ist an der Hochschule Rosenheim angesiedelt.

Das Projekt „Physiotherapeutische Interventionen für ältere Menschen mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen“ verbindet die Expertise der Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften im Bereich Physiotherapie von Prof. Dr. Petra Bauer und Kolleginnen mit der Erfahrung bei der Entwicklung komplexer Interventionen zur Verbesserung der sozialen Teilhabe von Prof. Dr. Martin Müller. In dem mit fast 450.000 € geförderten, auf drei Jahre ausgelegten Projekt, sollen Behandlungspfade im Bereich der Hausarztversorgung entwickelt werden, die die Behandlung von älteren Menschen mit Schwindel durch wirksame Physiotherapie verbessern sollen. Das Projekt wird, unterstützt vom Koordinierungszentrum des Netzwerkes an der LMU, eng mit den beiden anderen Projekten am Helmholtzzentrum München (Projektleitung Prof. Dr. Reiner Leidl) und der LMU München (Projektleitung Prof. Dr. Leonie Sundmacher, Fakultät für Betriebswirtschaftslehre und Prof. Dr. Eva Grill, Fakultät für Medizin) zusammenarbeiten und Ergebnisse austauschen und aufgreifen.

Ziel ist es, Forschungsaktivitäten zum Thema soziale Teilhabe und Lebensqualität im Alter zu bündeln, zu implementieren und gemeinsam mit den lokalen Praxispartnern langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln.

Für die Hochschule Rosenheim und die Fakultät für Gesundheits- und Sozialwissenschaften bietet die Beteiligung an diesem Kompetenznetz die Chance, sich auf dem dynamischen Feld der Versorgungsforschung zu positionieren und sowohl aktiv die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, als auch das Thema „Soziale Teilhabe“ in der Lehre im Bereich Gesundheit am aktuellen Stand der Forschung auszurichten. Den in Kürze einzustellenden Projektmitarbeitern wird die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung in Form von Verbundpromotionen ermöglicht. Langfristig sollen gemeinsame Module der beteiligten Hochschulen auf Bachelor- und Masterniveau angeboten werden und ein Promotionsprogramm für Versorgungsforschung entstehen.

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