Im Juni hat der Bauausschuss der Stadt Rosenheim dem Vorbescheid für den Technologiepark der Hochschule Rosenheim auf dem Gelände der Bogensiedlung zugestimmt. Die Hochschule möchte das Gelände erwerben, um dort dringend benötigte Labor- und Versuchsanlagen zu errichten. Nur so kann die Hochschule ausbildungsgerechte Bedingungen mit ausreichend Platz für eine praxisnahe Lehre und Forschung bieten. Zurzeit sind an der Hochschule rund 6.000 Studierende eingeschrieben und in den nächsten Jahren wird diese Zahl weiter steigen. Ein externes Gutachten der HIS hat nachgewiesen, dass für die derzeit 6.000 Studierenden ein Flächenmehrbedarf von 40% notwendig ist. Auf dieser Zahl basieren die notwendigen Flächenplanungen der Hochschule für die Bogensiedlung.

Vergangenen Freitag startete die SPD Rosenheim eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Fläche der Bogensiedlung, da sie bezahlbaren Wohnraum bedroht sieht. Die Bogensiedlung soll nach der Vorstellung der SPD Rosenheim weiterhin für Wohnraum zur Verfügung stehen und nicht für die Hochschule. Allerdings gibt es bereits Planungen für einen Ersatzwohnungsbau: Auf dem Grundstück, auf dem ehemals der Getränkegroßhändler Hubauer seine Firma betrieb, ist vom jetzigen Eigentümer geplant, mit dem Studentenwerk oder alternativen Investoren Wohnraum für Studierende zu schaffen. Dieses Projekt würde bereits einen Teil der Bogensiedlung kompensieren, bei deren ursprünglichen Bebauung unter anderem ein Studentenwohnheim geplant war. Sollte eine Realisierung des Ausbaus der Hochschule in Rosenheim nicht umgesetzt werden können, wird die Hochschule entweder die Zahl der Studierenden wesentlich zurückfahren müssen, weil nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung steht, oder sich an andere Standorte außerhalb Rosenheims verlagern müssen. Das bedeutet weitere Wege für die Studierenden.

Darüber hinaus braucht  der Großraum Rosenheim zur langfristen Sicherung der Fachkräfte 8.000 Studierende in verschiedenen Fachrichtungen. Diese Zahl wurde durch die Studie des Seeoner Kreises zum zukünftigen „Personal- und Bildungsbedarf der Unternehmen der Region 18“ bereits Anfang des Jahres vorgestellt. Um die Wirtschaftskraft der Region Rosenheim zu erhalten und nicht eine Abwanderung der regionalen Arbeitgeber nach München mutwillig herbeizuführen, ist eine solche hohe Zahl an Absolventen notwendig.

Auf rosenheim24.de fragt derzeit ein Meinungsbarometer die Stimmung der Bevölkerung zu den Erweiterungsplänen der Hochschule ab. Beteiligen auch Sie sich: für die Zukunft der Hochschule Rosenheim.