Wie können deutsche Firmen in China erfolgreich sein? Dies war der Kern des Vortrags von Qiu Xuejun, dem Generalkonsul der Volksrepublik China an der Technischen Hochschule Rosenheim.
Nach einführenden Worten des Hochschulpräsidents Prof. Heinz Köster und des Dekans der Fakultät für Betriebswirtschaft Dr. Stephan O. Hornig sowie der Begrüßung von Schirmherrin Dr. Carolin Fleischmann entspann sich ein interessanter Vortrag des Generalkonsuls über die beeindruckenden wirtschftlichen und gesellschaftlichen Entwichlungen Chinas und deren Bedeutung für heutige Wirtschftsplanung.
Zum besseren Verständnis startete er mit einem Abriss über die historische Entwicklung Chinas von einem vormals durch Agrarwirtschaft geprägten Staat bei relativer Armut der Bevölkerung. Durch Industrialisierung mittels Planwirtschaft wurden ab 1949 hohe wirtschaftliche Wachstumsraten erzielt, bis hin zur Internationalisierung durch die wirtschaftliche Öffnung in 1978 und steigender Zusammenarbeit mit westlichen Unternehmen. Seit 2012 befinde man sich in einer Transition von niedrigeren, aber stabilen Wachstumsraten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Innovationstreiber sei die High-Tech Branche (z.B. Digitalisierung & Automatisierung, Grüne Energie, Elektrifizierung), in der China eine Qualitätsführerschaft anstrebe.
Aus dem aktuellen 5-Jahres-Plan (2026-2030) der Regierung nannte Qiu Xuejun strukturelle Anpassungen an neue wirtschaftliche Gegebenheiten und ein komplexes globales Umfeld als die größten Herausforderungen hierfür. China hat große Attraktivität für deutsche und europäische Unternehmen als Absatzmarkt (1,4 Milliarden Bürger:innen) und als Land mit großem Pool an Fachkräften. Gleichzeitig wird wirtschaftliche Eigenständigkeit forciert und versucht, Abhängigkeiten von globalen Lieferketten abzubauen. Für ausländische Unternehmen bleibt China dadurch ein anspruchsvoller, als auch chancenreicher Markt.
Im Anschluss an den Vortrag entspann sich im prall gefüllten Hörsaal eine lebhafte Diskussion durch geistreiche Fragen der ca. 300 Studierenden, Angehörigen der Hochschule und Gästen anderer Hochschulen, sowie aus der Wirtschaft. Bildungskonsuls Liu Qingwen und Wirtschaftskonsulin Zeng Xueyang unterstützten bei der Beantwortung der Fragen zu Auslandsstudium, Auslandspraktikum und wirtschaftlichem Fußfassen als deutsches Unternehmen in China.
Der Generalkonsul (ansässig in München) bezeichnete deutsch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen als „Win-Win-Situation“ bei der jede Seite etwas lernen und monetär profitieren könne. Dabei sollten langfristige Partnerschaften angestrebt werden, Innovation und technologische Entwicklung im Fokus stehen, sowie gegenseitiger Respekt die Basis einer wirtschaftlichen Beziehung bilden. Interkulturelles Verständnis sei in der heutigen Welt wichtiger denn je.
Die chinesischen Gäste äußerten ihre Bereitschaft, weiterhin Studierende zu unterstützen, die an internationalem Austausch und Zusammenarbeit interessiert sind. Herzlichen Dank an Frau Fleischmann und Frau Tatjana Erlewein, die der Hochschulfamilie diesen bereichernden Vortrag ermöglicht haben und den fruchtbaren Austausch in Zukunft weiter fördern werden!