Rosenheimer Energiedialoge: „Wie heizen wir in Zukunft?“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten zum „Heizungsgesetz“ der Bundesregierung fand die Veranstaltung der Rosenheimer Energiedialoge zum Thema „Wie heizen wir in Zukunft? - Sind Gas, Öl und Holz noch zukunftsfähig?“ am 24.03.2026 regen Anklang in der Bevölkerung.  

Prof. Uli Spindler beleuchtete in seinem Vortrag die Vor- und Nachteile verschiedener Wärmeerzeugungsarten. Während Strom-Direktheizungen in der Anschaffung zwar günstig sind, verursachen sie im Betrieb aufgrund ihrer geringen Effizienz sehr hohe Kosten. Wärmepumpen hingegen sind besonders effizient (1 kWh Strom → 3–5 kWh Wärme) und potenziell CO2-senkend, vor allem mit lokal erzeugtem PV- und Windstrom. Grüner Wasserstoff- und E-Fuels bieten saisonale Speicherbarkeit, sind aber teuer und eher für Industrie, Luft- und Schiffsverkehr vorgesehen. Holz ist ebenfalls saisonal speicherbar, aber nur bei nachhaltigem Anbau CO2-neutral. Sogenannte „Biobrennstoffe“ (Biogas/Bioöl) sind nur begrenzt verfügbar und benötigen viel Fläche bei gleichzeitiger Konkurrenz mit Nahrungsmitteln. 

Welche Heizungs- und Sanierungsoptionen sich für Bestandsbauten anbieten, zeigte Prof. Dr. Harald Krause im zweiten Teil des Abends auf. Hohen Investitionskosten für Gebäude- und Heizungssanierung stehen deutliche Energie- und Betriebskosteneinsparungen gegenüber. In den meisten Fällen lohnen sich bereits kleinere Einsparmaßnahmen, auch eine stufenweise Umsetzung von Maßnahmen ist möglich und sinnvoll. Ebenfalls ist die Erstellung eines Sanierungsfahrplans durch einen zertifizierten Energieberater ratsam, um die optimale Strategie und passende Fördermöglichkeiten für das eigene Gebäude zu finden.