27.10.2026: Dr. Rainer Beck, MPI für Radioastronomie, Bonn: "Geburt des Weltalls aus dem Nichts?? Kosmologische Modelle auf dem Prüfstand"

Wann Di, 27.10.2026 · 18:30 Uhr
Wo Campus Rosenheim Hochschulstr. 1
83024 Rosenheim
Raum B0.23
Kosten kostenlos

Vortrag im öffentlichen astronomischen Kolloquium der Sternwarte Rosenheim

Geburt des Weltalls aus dem Nichts?? Kosmologische Modelle auf dem Prüfstand"

Di 27.10.26, 18:30 Uhr, im Raum B0.23 der TH Rosenheim

Dr. Rainer Beck, Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn

Abstract:

Eine der erstaunlichsten Entdeckungen der Astronomie ist die allgemeine Ausdehnung des Weltalls. Zur Beschreibung der Entwicklung des Kosmos wurde das "Standardmodell" entwickelt. Dieses benötigt neben dem Beginn aus dem Nichts eine "Inflationsphase" mit extremer Ausdehnung des Kosmos und noch zwei geheimnisvolle Kräfte: die "Dunkle Materie" und die "Dunkle Energie".  Sind das Wegzeichen zu einer neuen Astrophysik oder nur ein Holzweg, die "Epizykeln der Neuzeit"? Mit Epizykeln hatten die alten Griechen versucht, das geozentrische Weltbild (also Erde im Zentrum, alles dreht sich um sie) zu retten.

Wie glaubhaft ist unser kosmologisches Standardmodell? Es kann vieles erklären, aber manches bleibt bizarr. Die exotischen Elementarteilchen, aus denen die "Dunkle Materie“ bestehen soll, wurden trotz intensiver Suche noch nicht gefunden. Die negative "Dunkle Energie" ist eine schiere Provokation für die Physik. Wie gut sind alternative Modelle bei der Erklärung die Beobachtungen?

 Ist unser Verständnis der Gravitation unzureichend? Entwickelte sich das Universum schneller als bisher angenommen, wie neue Beobachtungen des James Webb Weltraumteleskops andeuten? Welche Rolle spielten Magnetfelder? Auch der "Urknall", wohlmöglich Beginn von Raum und Zeit, gerät zunehmend ins Zwielicht. Entstand unser Weltall durch den Kollaps eines früheren Universums? Oder ist unsere Welt gar nur ein winziger Teil eines größeren "Multiversums"?

Der Referent Dr. Rainer Beck forscht seit 1976 am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn mit den weltweit größten Radioteleskopen über Magnetfelder in nahen und fernen Galaxien. Er ist kein Kosmologe, aber wagt  einen kritischen Blick auf den aktuellen Stand der Kosmologie. In seinen zahlreichen Vorträgen - auch schon zweimal bei uns in Rosenheim - versucht er, seinen Zuhörern die Faszination der Astronomie nahezubringen.

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