Der Forschungsschwerpunkt PARTICIPATE stellt sich vor
Was ist der thematische Forschungsschwerpunkt PARTICIPATE?
Der thematische Forschungsschwerpunkt PARTICIPATE ist dem Forschungsschwerpunkt der TH Rosenheim Gesundheit, sozialer Wandel und Wohlergehen zugeordnet.
Ein thematischer Forschungsschwerpunkt ist ein langfristiges Dach für Projekte mit gemeinsamen wissenschaftlichen Prinzipien und Zielsetzungen. Er bündelt Expertise zu einem wichtigen Forschungsthema, erfordert hohe Qualität, ein langfristiges Konzept und eine gesellschaftliche Bedeutung. Es sind mehrere Wissenschaftler*innen beteiligt und er wird häufig durch externe Mittel gefördert.
Der Forschungsschwerpunkt steht für
„Partizipation und Interprofessionalität in sich durch Krankheit, Altern oder Pflegebedürftigkeit verändernden Lebenssituationen“
(PARTICipation and InterProfessionAlity in the context of Transitions related to evolving carE needs).
Der Forschungsschwerpunkt PARTICIPATE befasst sich mit Übergangssituationen im Kontext von Krankheit, Altern und zunehmender Pflegebedürftigkeit. Solche Übergänge können für betroffene Personen und Zugehörige mit Unsicherheit, Entscheidungsdruck und dem Verlust von Autonomie verbunden sein. Sie erfordern komplexe Abstimmungen zwischen informeller Unterstützung und professioneller Versorgung.
PARTICIPATE zielt darauf ab, Übergangsprozesse partizipativ und interprofessionell zu verbessern. Unsere Forschung zeigt zugleich, dass Übergänge nicht nur durch organisatorische oder professionelle Herausforderungen geprägt sind, sondern auch durch grundlegende gesellschaftliche Barrieren – etwa durch das fehlende Sprechen über Altern, Pflegebedürftigkeit und zukünftige Unterstützungsbedarfe. Deshalb adressiert der Forschungsschwerpunkt neben konkreten Übergangssituationen auch übergreifende Fragen zu Beratung, Empowerment, professionellen Rollen und gesellschaftlicher Verständigung über Krankheit, das Altern und Pflegebedürftigkeit.
Prinzipien von PARTICIPATE
Ziele
PARTICIPATE verfolgt das Ziel,
- Übergangsprozesse in verändernden Lebenssituationen partizipativ, interprofessionell und evidenzbasiert zu gestalten,
- die Autonomie und das Empowerment insbesondere älterer Menschen in Übergangssituationen zu fördern,
- betroffene Personen und Zugehörige darin zu unterstützen, informierte und tragfähige Entscheidungen zu treffen,
- Fachpersonen der Gesundheits- und Sozialberufe in der Reflexion und Ausgestaltung ihrer professionellen Rollen in Übergangssituationen zu stärken,
- interdisziplinäre und interprofessionelle Beratung sowie Vernetzung im Versorgungssystem weiterzuentwickeln (z.B. Community Health Nursing),
- gesellschaftliche Barrieren im Umgang mit Altern und Pflegebedürftigkeit sichtbar zu machen und abzubauen,
- Grundlagenforschung und Anwendung sinnvoll in bestehende Versorgungsstrukturen einzubetten.
Zielgruppen
Der Forschungsschwerpunkt richtet sich an:
- Betroffene Personen in Übergangs- und Entscheidungssituationen sowie deren An- und Zugehörige,
- Fachpersonen aus Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen,
- Organisationen der Gesundheits- und Sozialversorgung,
- Aus- und Weiterbildungsinstitutionen (z.B. Bachelor- und Masterprogramme),
- Netzwerkpartner*innen aus Praxis, Versorgung und Zivilgesellschaft,
- sowie an eine breitere Öffentlichkeit, um das gesellschaftliche Sprechen über Altern, Pflege und Übergänge zu fördern.