Kunststoffrecycling in Fokus

Im innovativen Klimaschutzprojekt ROcycleTH werden die im Lehr- und Forschungsbetrieb anfallende Kunststoffabfälle sortenrein gesammelt und anschließend so aufbereitet, dass sie in den Wertstoffkreislauf der Hochschule wieder eingespeist und erneut für den Lehrbetrieb verwendet werden können. Dadurch werden Kunststoffabfälle reduziert und CO2-Emissionen eingespart. Die dafür notwendigen Maschinen und Aggregate haben zu Beginn des Jahres 2026 ihren Platz im neu errichteten Y-Bau bezogen, dessen Innenausbau seitdem große Fortschritte gemacht hat. Dieser neue Baustein unserer Öffentlichkeitsarbeit wird inzwischen intensiv für Lehr- und Demonstrationsveranstaltungen genutzt. Hierbei wird ein sehr breites Publikumsspektrum angesprochen: In Unternehmen im Kunststoff-verarbeitenden Gewerbe können wichtige technische Impulse induziert werden, welche diese zukünftig motivieren, ihrerseits in Wiederverwertungen zu investieren und damit eigeninitiativ zur Reduktion von CO2-Emissionen beizutragen.

Genauso gut gelingt es im Show-Room aber auch, Kindern und Jugendlichen, den Forscherinnen und Forscheren der nächsten Generation, die Prinzipien des Kunststoffrecyclings auf ganz spielerische Weise zu vermittelt.

Freilich dürfen im Y-Bau die physikalischen Messinstrumente, mit denen die Qualität der sich im Kreislauf befindlichen Kunststoffe analysiert wird, nicht fehlen. Eines davon ist beispielsweise ein modernes Rheometer (im Vordergrund des oben stehenden Bildes). Die rheologischen Rohdaten dieses hochsensitiven Geräts werden nach einem, an der TH Rosenheim entwickelten und im renommierten Fachjournal >Polymer Testing< vor Kurzem publizierten Verfahren (siehe Bild links) in eine Molekularmassenverteilung umgewandelt.

Für den Werkstoffwissenschaftler sind das ungemein wertvolle Daten; hierzu Dr. Harald Kaspar, Leiter des Projekts ROcycleTH: „Mit dieser neuartigen Methode gelingt es uns erstmals routinemäßig, den >Gesundheitszustand< unserer Kunststoffe sehr genau abzutasten. Als aktuell einzige Einrichtung weltweit sind wir mit dieser speziellen, analytischen Flankierung in der Lage, Polymerrecycling auf diesem hohen Niveau zu betreiben.“ Über diesen Erfolg freut sich auch die Vizepräsidentin Prof. Dr.-Ing. Nicole Strübbe: „Mit diesem Paket setzen wir einerseits ressourcenschonenden Maßnahmen um, was ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist. Andererseits definieren wir damit auch die Maßstäbe in Forschung und Entwicklung an deutschen Hochschulstandorten. Und hier in Rosenheim spielen wir in der ersten Liga!“