Interview mit Bernd Mehrtens
"Wir pflegen unsere traditionellen Veranstaltungen"
Wie ist die Mitgliederentwicklung bei den „Teutonen“?
Die „Technisch Wissenschaftliche Verbindung Teutonia zu Rosenheim e.V.“ hat 2025 176 Mitglieder, die im Altherrenverband, der Alumni-Organisation ehemaliger Studierender und Teutonen, organisiert sind. An der Hochschule ist die Teutonia durch die „Aktivitas“ vertreten. Derzeit sind es 16 studierende Teutonen, die sich vor Ort kümmern. Die Teutonia ist seit 1925 in Rosenheim aktiv und verfügt über eine stabile und zukunftsfähige Struktur.
Welche Veranstaltungen bietet die Studentenverbindung an?
Wir pflegen unsere traditionellen Veranstaltungen wie die „Kneipen“, Stiftungsfeste oder festliche Veranstaltungen wie die Kommerse, die gemäß den Traditionen des verbindungsstudentischen Brauchtums durchgeführt werden. Darüber hinaus veranstaltet die „Aktivitas“ Wanderungen, Segeltouren, Theaterbesuche, Vorträge, Betriebsbesichtigungen, Städtetouren, Studierenden-Partys, die wir als Altherrenverband unterstützen.
Aus welchen Fakultäten stammen Ihre Mitglieder?
Die Gründungsmitglieder der Teutonia waren alle am Holztechnikum eingeschrieben, weshalb viele Mitglieder des Altherrenverbands aus der „Fakultät Holztechnik und Bau“ stammen. Heutzutage findet sich die breite Vielfalt an Fakultäten der TH in unserer Gemeinschaft wieder.
Wie werde ich Mitglied?
Bei den Einführungsveranstaltungen für Studierende im ersten Semester stellen wir uns als Studentenverband und Alumni-Organisation vor. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Teutonia kennenzulernen und aktiv mitzugestalten. Die Aufnahme in unsere Gemeinschaft erfolgt zunächst innerhalb der „Aktivitas“, nach erfolgreichem Studienabschluss in den Altherrenverband. Wir leben das „Lebensbundprinzip“, was bedeutet, dass die Mitgliedschaft ein Leben lang besteht.
Welches Brauchtum wird gepflegt?
Wir pflegen das verbindungsstudentische Brauchtum, das einen wesentlichen Bestandteil unserer Traditionen und unseres Selbstverständnisses ausmacht. Dieses Brauchtum umfasst Rituale, Veranstaltungen und Symbole wie das Couleur (z. B. Farbenband, Anstecknadel, Bierhut) sowie festliche Anlässe wie Kommerse und Stiftungsfeste. Extremistisches Verhalten hat in unserer Verbindung keinen Platz. Stattdessen legen wir besonderen Wert auf Freundschaft, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und selbstverständlich den erfolgreichen Abschluss des Studiums.
Welche Vorteile bietet eine Mitgliedschaft?
Wir verstehen uns als generationenübergreifenden Freundschaftsbund, in dem sich die Mitglieder während des Studiums und danach unterstützen. Bereits im Studium können Studierende Verantwortung übernehmen: sei es durch die Organisation von Veranstaltungen oder die Übernahme von Ämtern innerhalb der Aktivitas. Es lassen sich Erfahrungen sammeln, in Personalführung, Organisation und Verantwortung. Darüber hinaus bietet die Teutonia Studentenzimmer an sowie einen eigenen repräsentativen Veranstaltungsort, den „Teutonenkeller“.
Welche Rolle spielt der „Teutonenkeller“ in der Schmettererstraße?
Im Jahr 2011 wurde ein ehemaliger Bierkeller umfassend saniert – mit viel Eigenleistung unserer Mitglieder. Seitdem ist der „Teutonenkeller“ das Herz unserer Verbindung in Rosenheim, wo wir unsere Veranstaltungen durchführen. Zugleich hat sich der Keller zu einem beliebten Treffpunkt für Studierende entwickelt. Der „Teutonenkeller“ ist der einzige erhaltene, teilweise originalsanierte und ältester Bierkeller in Rosenheim und fester Bestandteil der Stadtführungen.
Wie ist das Verhältnis zur Hochschule?
Die ersten Schüler des Holztechnikums waren Teutonen. Daher pflegen wir diese gemeinsamen Wurzeln und stehen in enger Verbindung zur Hochschule. Seit Jahrzehnten unterstützen wir die in verschiedenen Gremien. Für uns ist eine hohe Akzeptanz innerhalb der Studierenden- und der Professorenschaft von großer Bedeutung. Umso mehr freuen wir uns, dass wir an der TH als Organisation aus aktuell Studierenden und ehemaligen Studierenden geschätzt werden.