„An diesem Roman wird es lange Zeit kein Vorbeikommen geben, wenn von Obdachlosigkeit in Deutschland die Rede ist,“ so urteilte die taz über Markus Ostermairs Romandebüt „Der Sandler“. Empathisch beobachtet die Erzählung ein Figurenpanorama auf den Straßen Münchens und macht Erfahrungen des obdachlosen Alltags ästhetisch vielschichtig nachvollziehbar. Der Sprachlosigkeit der Obdachlosen setzt Markus Ostermair eine Sprache entgegen, die nahe an ihr Leben heranführt, ohne dabei zu werten, zu romantisieren oder voyeuristisch zu sein. Ein Roman über Reue, Ausgrenzung, fehlende und dann auch wieder überraschende Solidarität.
Am 30. Juni wird Markus Ostermair bei uns aus dem Buch lesen und mit Prof. Dr. Philipp Wulf sowie mit dem Publikum über den Roman ins Gespräch kommen. Die Diskussion wird sich um das Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit sowie um das kritische Potenzial der Literatur drehen.
Zur Person: Markus Ostermair
Geboren 1981, lebt er mit in München, wo er Germanistik und Anglistik studierte und freiberuflich als Schriftsteller und Texter arbeitet. Außerdem ist er als Assistent und Pfleger für einen Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung tätig. Sein Roman wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Tukan-Preis der Stadt München und mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte „Literatur“. Im April 2024 wurde Ostermair für sein bishriges Werk vom Freistaat Bayern ein fünfmonatiges Residenzstipendium in der Villa Concordia in Bamberg zuerkannt.