Lernen am echten Projekt: Das neue Modul Angewandtes Projektmanagement

Im Wintersemester 2025/26 startete im Studiengang Management in der Gesundheitswirtschaft (MGW) erstmals das Modul Angewandtes Projektmanagement - und das gleich mit einem echten Praxisprojekt, das den Studiengang selbst voranbringen soll.

Projektmanagement lässt sich nicht aus Lehrbüchern allein erlernen - es braucht echte Herausforderungen, echte Deadlines und echte Ergebnisse. Genau dieser Überzeugung folgt das neue Pflichtmodul Angewandtes Projektmanagement, das im Wintersemester 2025/26 erstmals im dritten Semester des Bachelorstudiengangs MGW angeboten wurde. Unter der Leitung von  Prof. Dr. Philipp Schloßer und Prof. Dr. Robert Ott erarbeiteten die Studierenden nicht nur die Theorie des Projektmanagements - sie wendeten sie unmittelbar in der Praxis an.

Theorie trifft Praxis - das Kurskonzept

Das Modul folgt einem klaren Zweiklang: Zunächst erarbeiten sich die Studierenden gemeinsam mit den Dozierenden die zentralen Werkzeuge des Projektmanagements - von der Stakeholderanalyse über die Erstellung von Arbeitspaketen bis hin zu Projektablaufplänen in Form von Gantt-Diagrammen. Parallel dazu werden sie in ein konkretes, reales Projekt eingeführt, das sie über das gesamte Semester hinweg eigenverantwortlich durchführen. Jedes Tool, das im Unterricht behandelt wurde, musste unmittelbar im Projekt angewendet, dokumentiert, abgegeben und bewertet werden. So entstand Schritt für Schritt eine vollständige Projektakte - die Projektabschlussarbeit -, die am Ende des Semesters in einem Abschlussbericht sowie einer Projektpräsentation mündete. Den Abschluss bildete eine kritische Reflexion und Evaluation des gesamten Projektverlaufs - ein Lernmoment, der im klassischen Seminarbetrieb oft zu kurz kommt.

Das Projekt: MGW-Marketingkampagne

Im WS 2025/26 lautete der Auftrag: Entwickelung einer Marketingkampagne für den Studiengang MGW zur Steigerung der Bekanntheit, um mehr Studieninteressierte zu gewinnen. Ein echtes Projekt, mit dem Studiengangsleiter Prof. Dr. Thomas Hammerschmidt ein echter Auftraggeber, ein echtes Ziel - und damit echter Druck. Die rund 30 Studierenden des dritten Semesters wurden in neun interdisziplinäre Teams aufgeteilt, jedes mit einem eigenen Teilprojekt und einem eigenen kreativen Ansatz. Die Gruppen wurden nach Städten benannt und lieferten am Ende des Semesters ein beeindruckendes Spektrum an Maßnahmen:

  • Tokio: "Ein Tag als MGW-Student/-in" - authentische Reels aus dem Alltag von Studierenden im 1., 3. und 7. Semester.
  • Stockholm: Podcast mit Alumni - Aufnahmen mit Absolventinnen und Absolventen über Karrierewege im Gesundheitsmanagement.
  • Moskau: MGW-Marketingvideo - ein kurzweiliges 60-Sekunden-Reel für Social Media mit Einblicken in die Themenvielfalt des Studiengangs (Jura, Ökonomie, Medizin etc.).
  • Palermo: Homepage-Redesign - ein umfassendes Konzept zur Neugestaltung der MGW-Webseite mit modernem Layout, klarerer Struktur und stärkerem Social-Media-Fokus.
  • Helsinki: Q&A mit Studierenden und Alumni - Kurzvideos mit authentischen Antworten auf häufige Fragen von Studieninteressierten.
  • Lissabon: Podcast mit Arbeitgebern - Interviews mit potenziellen Arbeitgebern aus dem Gesundheitswesen.
  • Marseille: Podcast mit Professorinnen und Professoren - Einblicke in Lehre, Forschung und die Besonderheiten des Studiengangs.
  • Denver: Alumni-Umfrage zu Berufsmöglichkeiten - eine Infografik-Reihe mit ausgewerteten Karrieredaten von MGW-Absolventinnen und Absolventen.
  • Berlin: Meet & Connect - ein Konzept für eine Networking-Veranstaltung zwischen Studierenden, Alumni und Arbeitgebern.

 

Die Werkzeuge - angewendet, nicht nur gelernt

Was dieses Modul von klassischen Projektmanagement-Kursen unterscheidet, ist der konsequente Anwendungsbezug. Jede Gruppe erstellte zu Projektbeginn einen vollständigen Projektablaufplan (PAP) als Gantt-Diagramm, inklusive Arbeitspaketen, Meilensteinen, Zuständigkeiten und Risikoeinschätzungen. Regelmäßige Statusbesprechungen - teils online, teils in Präsenz - hielten alle Gruppen auf Kurs und ermöglichten Feedback durch die Dozierenden. Meilensteine wurden eingehalten, Arbeitspakete abgearbeitet, Protokolle verfasst und Zwischen- sowie Abschlussberichte abgegeben - immer mit dem Wissen, dass das Ergebnis am Ende nicht nur benotet, sondern tatsächlich genutzt werden würde.

Die Ergebnisse - und was bleibt

Am 19. Januar 2026 präsentieren alle neun Gruppen ihre Projektergebnisse in einer gemeinsamen Abschlusssitzung dem Auftraggeber. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: drei fertig produzierte Reels über den Studienalltag, ein Podcast mit Absolventinnen aus Gesundheitsmanagement, Wirtschaft und Strafverfolgung, ein Marketingvideo für Social Media, detaillierte Infografiken zur Karriereentwicklung von MGW-Absolventinnen und Absolventen - und ein fundiertes Konzept für die Neugestaltung der Studiengangs-Webseite.

Der Auftraggeber zeigte sich begeistert von der Breite und Qualität der entstandenen Maßnahmen - und ist gespannt, wie sich die Bewerberzahlen in der nächsten Runde entwickeln werden. Für die Studierenden selbst war das Modul weit mehr als eine Lehrveranstaltung. Sie lernten, wie man ein Projekt strukturiert, Verantwortung übernimmt, im Team kommuniziert und flexibel auf Veränderungen reagiert - und das alles anhand eines Projekts, dessen Ergebnisse über das Semester hinaus Bestand haben.

Ausblick: Ein Modell mit Zukunft

Angewandtes Projektmanagement zeigt, wie praxisorientierte Hochschullehre aussehen kann: kein fiktives Fallbeispiel, sondern ein echter Auftrag mit echtem Mehrwert für den Studiengang. Das Konzept, Studierende direkt in die Verantwortung zu nehmen und ihre Arbeit nicht nur zu bewerten, sondern zu veröffentlichen, setzt einen Maßstab - für das Modul selbst und vielleicht auch als Inspiration für die Lehre im Gesundheitsmanagement insgesamt.

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