Kreativität gepaart mit Wissen: Diese Kombination lag dem Brückenbau-Wettbewerb an der TH Rosenheim zugrunde, an dem neun studentische Teams teilnahmen. Es galt, mit einem selbst gebauten Brückenmodell aus Naturmaterialien eine möglichst hohe Belastung an einem Prüfstand zu erreichen. Ausgerichtet hat den Wettbewerb, der 2004 erstmals stattfand, die Fakultät für Holztechnik und Bau.
Für den Bau der Brücken gab es klare Vorgaben: Sie mussten die Proportionen einer realen Brücke mit einer horizontal verlaufenden Fahrbahn haben, als Material durften nur Buchenholz sowie Papier und Pappe verwendet werden. Erlaubt waren weiterhin Nägel, Schnüre aus Jute und Hanf sowie Leim und Klebstoff. Zudem durften die Brückenmodelle maximal zwei Kilogramm wiegen. Die Besonderheit in diesem Jahr: Jedes Modell musste zerlegbar sein und in eine Transportbox mit den Maßen 50x40x30 Zentimeter passen. Der Aufbau wiederum musste in höchstens drei Minuten möglich sein.
Wissen ergänzt durch Bauchgefühl
„Der Wettbewerb ist vor allem aus zwei Gesichtspunkten eine tolle Sache: Zum einen können die Studierenden ihr theoretisches Wissen aus dem Hörsaal in der Praxis anwenden. Zum anderen entwickeln sie zusammen mit anderen Ideen und machen dabei wertvolle Erfahrungen in der Teamarbeit“, sagt Johann Pravida, Professor an der Fakultät für Holztechnik und Bau und Leiter des Studiengangs Holzbau und Ausbau. Er hat den Wettbewerb zusammen mit Professor Peter Niedermaier, Professor Benno Eierle und Professorin Maren Kohaus organisiert. „Berechnungen sind eine wichtige Grundlage für die Konstruktion der Brücken, aber das Bauchgefühl spielt auch eine Rolle. Man sollte einfach viel ausprobieren“, ergänzt Eierle.
Sieg für Studenten aus dem Studiengang Bauingenieurwesen
Bei der Prüfung war entscheidend, wie viel Traglast eine Brücke im Verhältnis zu ihrem Eigengewicht maximal aufweist, bevor sie bricht. Bei diesem Quotienten hatten vier junge Männer aus dem Studiengang Bauingenieurwesen die Nase vorn. Mit ihrer Brücke „Biegemoment“ ließen Jonathan Beermann, Jan-Philip Grafe, Jannis Grieb und Ferdinand Ötting die Konkurrenz hinter sich. „Wir haben die Brücke eigentlich recht spontan konstruiert. Die Vorgabe mit der Box hat die Sache schon erschwert, weil man kein Modell aus einem Stück mit entsprechender Steifigkeit bauen konnte “, erläutert Ötting. Er und seine Kommilitonen durften sich über 300 Euro als Siegprämie freuen.
Neben den Preisen für die drei stabilsten Konstruktionen wurde auch eine Auszeichnung für die schönste Brücke vergeben. Professorin Maren Kohaus erläuterte die Kriterien für die Vergabe des Designpreises und präsentierte den Sieger in dieser Kategorie: Der Preis ging an das Team „Fuassboi“ bestehend aus Henrik von Dehn, Max Kößler, Tobias von Winter, Leopold Anzill, Lion Sikezdy, Lorenz Mohr, Julian Gauß, Dario Sommer und Vincent Albers. Mit dem „Unboxing-Award“ (bestes Video über den Aufbau der Brücke innerhalb von drei Minuten) ausgezeichnet wurde das Team „Wer nicht lesen kann baut zweimal“ mit dem Modell „Dawinktsie“ der Studierenden Julian Früh, Bianca Heimberger, Finn Glauth und Benedict Nordt.