TH Rosenheim veröffentlicht Nachhaltigkeitsstrategie

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit an der TH Rosenheim: (v.l.) Vizepräsident Prof. Dr. Uwe Strohbeck, Prof. Dr.-Ing. Isabell Nemeth, das Team für Klimaschutzmanagement der Hochschule mit Rosina Lohmeyer und Dr. Bettina Ruth-Anneser, sowie Präsident Prof. Heinrich Köster bei der Vorstellung der neuen Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Technische Hochschule Rosenheim hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt. Sie verankert ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung dauerhaft in allen Bereichen der Hochschule – von Lehre und Forschung über den Campusbetrieb bis hin zum Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft.

„Mit Blick auf die Alpen gestalten wir einen grünen Campus, der Tradition und nachhaltige Zukunft verbindet“, lautet die Vision der Hochschule. Nachhaltigkeit soll dabei nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Querschnittsaufgabe verstanden werden.

Die Strategie orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und wurde seit 2023 gemeinsam mit Hochschulangehörigen in Workshops entwickelt. Dabei wurden bestehende Aktivitäten sichtbar gemacht, Ziele formuliert und Maßnahmen abgeleitet.

„Mit der Nachhaltigkeitsstrategie machen wir deutlich, dass wir Nachhaltigkeit nicht nur als ökologisches Thema verstehen, sondern als umfassendes Zukunftskonzept, das soziale und ökonomische Verantwortung einschließt“, sagt Präsident Prof. Heinrich Köster. Gleichzeitig betont er, dass die Umsetzung ambitionierter Ziele trotz hoher Erwartungen an Hochschulen nur im Rahmen bestehender finanzieller und struktureller Möglichkeiten erfolgen kann.

„Der Prozess hat gezeigt, wie viel Expertise und Engagement an der Hochschule vorhanden ist. Entscheidend war für uns, Nachhaltigkeit nicht nur strategisch zu definieren, sondern gemeinsam zu entwickeln und in die Praxis zu überführen“, ergänzt Prof. Dr.-Ing. Isabell Nemeth, die die Nachhaltigkeitsstrategie maßgeblich mitentwickelt hat.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung verankert in sechs Handlungsfeldern

Die Nachhaltigkeitsstrategie bündelt die Ziele der Hochschule in sechs Handlungsfeldern: nachhaltige Lehre, Forschung, Governance, Campusbetrieb, studentisches Engagement sowie Vernetzung und Transfer. Sie ergänzt das integrierte Klimaschutzkonzept von 2022, das konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduktion und Energieeffizienz definiert. Während dort vor allem operative Klimaschutzmaßnahmen im Mittelpunkt stehen, schafft die Nachhaltigkeitsstrategie den Rahmen für eine ganzheitliche Entwicklung der Hochschule entlang ökologischer, ökonomischer und sozialer Ziele.

 

Fortschritte und Herausforderungen

Bereits umgesetzt wurden unter anderem die Errichtung neuer, teils überdachter Fahrradständer, ein Bikesharingsystem für Studierende und Mitarbeitende, regelmäßige Fahrradaktionen, die Umstellung des Hochschulfuhrparks auf Elektromobilität sowie der Bezug von klimaneutralem Strom. Auch nachhaltige Bauprojekte und der Ausbau von Photovoltaikanlagen prägen die Entwicklung der Hochschule.

Ein zentrales Beispiel ist der Neubau des Technologieparks und des Studierendenzentrums, das größte Bauvorhaben der Hochschule. Das im Rahmen der Hightech Agenda Bayern geförderte Projekt setzt auf nachhaltige Holz-Hybridbauweise und äußerst energieeffizienten Betrieb, sodass für das Bauwerk eine Zertifizierung in Gold nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen“ erreicht werden kann.

Die Hochschule weist darauf hin, dass viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen nur schrittweise realisierbar sind, da sie häufig projektfinanziert sind und verlässliche strukturelle Voraussetzungen erfordern. Als bedeutender Arbeitgeber in der Region Rosenheim sieht sich die TH Rosenheim in der Verantwortung, Ressourcen nachhaltig einzusetzen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass ambitionierte Nachhaltigkeitsziele dauerhaft nur mit verlässlichen politischen und finanziellen Voraussetzungen umgesetzt werden können.

 

Blick nach vorn

Geplant sind unter anderem ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN ISO 50001, weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung sowie mehr Begrünung und Entsiegelung am Campus. Zudem planen die Studierenden die Einrichtung eines Green Office an der Hochschule.

Prof. Dr. Uwe Strohbeck nimmt sich als Vertreter der Hochschulleitung gezielt des Themas Nachhaltigkeit an. Er betont: „Nachhaltigkeit ist ein zentraler Zukunftsfaktor für die Hochschule – sowohl in der Lehre als auch als attraktiver Studien- und Lebensort für junge Menschen.“