Studiengang Elektro- und Informationstechnik feiert 30-jähriges Bestehen

Das Bild zeigt die Gäste bei der Jubiläumsfeier des Studiengangs Elektro- und Informationstechnik an der TH Rosenheim.
Etwa 100 Gäste waren bei der Jubiläumsfeier des Studiengangs Elektro- und Informationstechnik an der TH Rosenheim dabei.

Jubiläum an der Technischen Hochschule Rosenheim: Vor 30 Jahren hat an der damaligen Fachhochschule der Studiengang Elektro- und Informationstechnik (EIT)  gestartet. Zur großen Feier kamen etwa 100 Gäste aus der Wirtschaft und Politik sowie von der Hochschule, darunter Studierende, Alumni, Professorinnen und Professoren sowie langjährige Wegbegleiter. Mehr als 1.100 Absolventinnen und Absolventen haben den Studiengang seit seiner Gründung erfolgreich abgeschlossen.  In bislang 61 Semestern wurden rund 330 Diplom-, 390 Bachelor- und mehr als 415 Masterabschlüsse verliehen.

Die Geschichte des Studiengangs begann bereits 1988. Damals setzte der Unternehmer Anton Kathrein den entscheidenden Impuls, weil er einen wachsenden Bedarf an Elektroingenieuren für sein Unternehmen und die Region sah. Ungeachtet der Widerstände benachbarter Hochschulstandorte wurde der Studiengang mit großem Engagement aufgebaut und startete schließlich mit 47 Studierenden im legendären „Schweinchenbau“ an der Westerndorfer Straße. Aus dem anfänglichen Diplomstudiengang entwickelte sich ein modernes Bildungsangebot mit Bachelor- und Masterprogrammen sowie dem ersten englischsprachigen Masterstudiengang seiner Art in Bayern.

Vom Pionierprojekt zum etablierten Studiengang

In ihrem Grußwort würdigte die Dritte Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Leicht, die Bedeutung des Studiengangs für die Region. „Die TH Rosenheim und insbesondere der Studiengang EIT sind für die Stadt sehr wichtig, ein Aushängeschild für Rosenheim von großem Wert und zugleich ein Motor für Innovation und Fortschritt“, sagte Leicht. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Festrede des emeritierten Professors Werner Braatz. Er erinnerte mit viel Humor an die Anfänge: „Vor dreißig Jahren begann ein Abenteuer, das damals vermutlich etwas harmloser klang als es tatsächlich war: Es gab viele Sitzungen und Diskussionen um  Stundenpläne, Prüfungsordnungen, Laborgeräte, Kabel, Oszilloskope. Ab und an mag eine Sicherung durchgebrannt sein, nicht nur technisch“, blickte Braatz zurück.

Für die Zukunft sieht sich der Studiengang trotz zuletzt rückläufiger Anfängerzahlen gut aufgestellt. „Mit einer stärkeren Informatikausrichtung, der Integration von Künstlicher Intelligenz und dem Ausbau praxisnaher Projektarbeiten bereiten wir unsere Studierenden auf die tiefgreifenden Veränderungen vor, die das Berufsbild im Engineering in den kommenden Jahren prägen werden“, so Professor Dr.-Ing. Franz Stubenrauch, Studiendekan von EIT. Forschung, Innovation, Technologietransfer, internationale Partnerschaften und Ausgründungen sollen seinen Worten nach künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Dass die Elektro- und Informationstechnik weiterhin eine Schlüsselrolle spielen wird, daran ließ auch Vizepräsident Professor Dr. Uwe Strohbeck keinen Zweifel. Er erinnerte an den enormen Einfluss elektronischer Technologien auf die Gesellschaft und ermutigte junge Menschen, einen technischen Beruf zu ergreifen. In diesem Zusammenhang wies Strohbeck auf das Graduate Center, das Unterstützungsangebote für Masterstudierende und Promovierende bündelt, und den Neubau des Technologieparks der TH Rosenheim hin. Damit schafft die TH Rosenheim die Voraussetzungen, um Forschung, Innovation und Technologietransfer künftig deutlich auszubauen.

„Zukunft nicht aus dem Rückspiegel gestalten“

Vier Impulsvorträge zeigten anschließend eindrucksvoll die Bandbreite aktueller Entwicklungen von Lawinenortung und satellitengestützter Mobilfunkversorgung über KI-Agenten in der Softwareentwicklung bis hin zu nachhaltigen Konzepten der Kreislaufwirtschaft. Zum Abschluss schlug Professor Stubenrauch den Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft: „30 Jahre Elektro- und Informationstechnik sind ein Grund, stolz auf das Erreichte zu sein. Gleichzeitig erinnert uns dieses Jubiläum daran, dass wir Zukunft nicht aus dem Rückspiegel gestalten können.“