Am Campus Mühldorf am Inn ist der Kindercampus ein neues zentrales Projekt zur Förderung von Bildungs- und Entwicklungschancen in der Region. Der Kindercampus steht für eine moderne Form der außerschulischen Bildung, die Hochschulerfahrung für Kinder greifbar macht. Im Kern geht es um drei Dinge: Wissenschaft auf Augenhöhe, frühkindliche Neugier fördern und ganzheitliches Lernen.
Mal sind wir vor Freude außer Rand und Band, mal schießen uns vor Kummer die Tränen in die Augen: Gefühle begleiten uns jeden Tag. Doch wofür sind sie eigentlich gut? Und warum brauchen wir sogar die „doofe“ Angst? Beim diesjährigen Kindercampus drehte sich alles um das Thema: Für was sind Gefühle gut – und warum haben wir sie? 169 Kinder aus 6 Einrichtungen im Alter von 5-6 Jahren erforschten an 3 Tagen die Welt der Gefühle und ihre eigenen Emotionen.
„Gefühle sind wie ein innerer Kompass“, erklärte Prof. Dr. Martin Binser. „Sie helfen uns zu verstehen, was wir brauchen und wie wir mit anderen umgehen.“ Ziel der Veranstaltung war es, den Nachwuchsforschern zu zeigen, dass jedes Gefühl – egal ob positiv oder negativ – eine wichtige Aufgabe erfüllen kann.
Um Gefühle für die Kinder greifbar zu machen, verwandelte sich der Campus in ein interaktives Labor mit drei Schwerpunkten:
Gefühls-Pantomime: Wie zeigen wir Freude, Trauer, Wut oder Angst? In dieser Station lernten die Kinder, wie der Körper Emotionen ausdrückt und wie wir die Gefühle unserer Mitmenschen besser lesen können – ganz ohne Worte.
Kamishibai Erzähltheater: Mit dem japanischen Bildertheater tauchten die Kinder in emotionale Geschichten ein. Durch die visuelle Begleitung wurde analysiert, wie Gefühle entstehen und wie die Helden der Geschichten mit Wut oder Trauer umgehen.
Die Marshmallow-Challenge: Geduld ist eine emotionale Höchstleistung! In diesem berühmten Experiment erfuhren die Kinder am eigenen Leib, wie sich Vorfreude anfühlt und welche Strategien helfen, wenn der Impuls „Ich will das jetzt sofort!“ besonders laut wird.
Auch die Spielestation „Peter ’o Meter“ war Teil des Programms: Die Kinder konnten auf Papier ausgemalte Roboter per App auf dem Tablet „zum Leben erwecken“. Je nachdem, welcher Emotions-Button gedrückt wurde, zeigte der Roboter die entsprechende Emotion in 3D – ein spielerischer Einstieg in frühkindliche digitale Bildung.
Der Kindercampus möchte Barrieren abbauen und zeigen, dass Psychologie und Wissenschaft zum Alltag gehören. „Wer versteht, warum er fühlt und was er fühlt, hat mehr Kontrolle über sein Leben“, so Prof. Dr. Martin Binser weiter.
Mit einer Portion Neugier im Gepäck und dem neuen Wissen im Kopf verließen die jungen Forscher den Kindercampus – bereit, die Welt der Gefühle mit anderen Augen zu sehen.