Intelligente Lernende Systeme in Energieverbünden (ILSE)
Projektdaten
Projektverantwortlich: Prof. Dr. Jochen Schmidt
Projektlaufzeit: 01.04.2021 - 30.06.2025
Projektpartner: Technische Hochschule Rosenheim (Fakultät für Informatik), Stadtwerke Rosenheim, Institut für nachhaltige Energieversorgung und AGFW-Projekt GmbH. → Die TH Rosenheim (Prof. Dr. Jochen Schmidt) fungierte als Projektkoordinator.
Intelligente Lernende Systeme in Energieverbünden (ILSE)
Zusammenfassung in mit ca. 2.700 Zeichen
Fernwärme nimmt speziell in urbanen Gebieten eine wichtige Rolle im Kontext der klimaneutralen Wärmeversorgung ein. Neben dem Ausbau von Wärmenetzen wird eine stärkere Verwendung von Wärme aus erneuerbaren Energien angestrebt. Um diese Ziele zu erreichen sind die meisten Betreiber von Fernwärmenetzen bestrebt die Temperaturen im Netz zu senken, um z.B. Wärmeverluste zu reduzieren oder erneuerbare Energiequellen besser integrieren zu können. Zur Absenkung der Temperaturen ist ein effizienter und störungsfreier Betrieb notwendig. In diesem Kontext liegt eine automatisierte Erkennung von ungewöhnlichen Betriebszuständen und Störungen in Hausstationen (den Übergabepunkten zum Verbraucher) nahe.
Häufig fallen ungewöhnliche Betriebszustände und Störungen erst auf, nachdem sie von Kunden gemeldet werden und müssen dann zeitnah behoben werden, was eine Planung der Instandsetzung erschwert und kurzfristig Ressourcen bindet.
Im Projekt „Intelligente Lernende Systeme in Energieverbünden“ (ILSE) wurde untersucht, wie lernende Systeme zur Erkennung ungewöhnlicher Betriebszustände und Störungen in Hausstationen von Fernwärmesystemen verwendet werden können. Aus dieser Fragestellung folgen viele weitere Forschungsfragen, beispielsweise:
- Welche Daten stehen für das Training eines lernenden Systems in diesem Kontext zur Verfügung? Wie müssen diese aufbereitet werden?
- Wie sehen die typischen Prozesse rund um eine Störung aus? Wie ließe sich ein lernendes System in diese Prozesse integrieren?
- Wie lassen sich lernende Systeme in diesem Kontext beurteilen?
- Lässt sich ein trainiertes lernendes System auf andere Fernwärmenetze übertragen?
ILSE adressierte die obigen Fragen, wenn auch nicht alle in gleichem Umfang betrachtet werden konnten. Das Projekt wurde im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramm im Bereich „Gebäude und Quartiere“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), jetzt Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), gefördert und vom Projektträger Jülich (PTJ) betreut. Die Projektlaufzeit ging vom 1.4.2021 bis 30.6.2025.
Wir bedanken uns für die Förderung.
Dieser Text basiert auf dem Abschlussbericht, welcher hier verfügbar ist https://doi.org/10.34657/31741. D. Stecher, M. Stengel, Th. Schaber, B. Wagner, S. Grimm, J. Schmidt: EnEff:Wärme: ILSE - Intelligente lernende Systeme in Energieverbünden. Lizenz CC BY 3.0 DE.
Aufbauend auf den Projektergebnissen arbeitet Dominik Stecher derzeit an einer Dissertation (BayWISS) mit dem Arbeitstitel „Fault Detection and Monitoring of District Heating Systems using Machine Learning“.
Weitere Publikationen zum Projekt ILSE:
M. Neumayer, D. Stecher, S. Grimm, A. Maier, D. Bücker, and J. Schmidt. Fault and anomaly detection in district heating substations: A survey on methodology and data sets. Energy 276, 127569, 2023
https://doi.org/10.1016/j.energy.2023.127569
D. Stecher, M. Neumayer, A. Ramachandran, A. Hort, A. Maier, D. Bücker, and J. Schmidt. Creating a labelled district heating data set: From anomaly detection towards fault detection. Energy 313, 134016, 2024.
https://doi.org/10.1016/j.energy.2024.134016