Autorin: Prof. Dr. Silke Lechner-Greite
Es war mal wieder ein ganz besonderes Highlight: Wir durften einen ganzen Tag bei GE HealthCare in München verbringen. Mit „wir“ meine ich Studierende der TH Rosenheim aus dem Modul "Medizinische Bildgebungsverfahren und Bildverarbeitung". Dabei handelt es sich um eine sehr diverse Gruppe aus den Studiengängen Informatik, Wirtschaftsinformatik, Applied Artificial Intelligence und Medizintechnik.
Bei unserer Exkursion besuchten wir zunächst das MRI Research & Development Team, das sich mit Forschungs- und Entwicklungsthemen rund um Magnetresonanztomographen beschäftigt. Wir erhielten spannende Einblicke und erfuhren, wie mithilfe speziell trainierter Modelle Bildrauschen aus möglichst schnell aufgenommenen Multikontrastbildern entfernt werden kann oder wie KI bei der frühen Erkennung der Parkinson-Krankheit helfen kann.
Natürlich ist es auch wichtig zu erfahren, worauf es bei einer Bewerbung bei Unternehmen wie GE HealthCare ankommt. Auch hierzu erhielten wir spannende Insider-Tipps.
Eine echte Demo am MRT durfte nicht fehlen – und sie wurde sogar richtig gesund! Fast wie in einem Quiz wurden verschiedene Obst- und Gemüsesorten gescannt, mit unterschiedlichen Kontrasten dargestellt und wir sollten erraten, um welches Obst oder Gemüse es sich handelt. Dabei lernten wir viel über die Komplexität des Scanners und konnten das bereits in der Vorlesung Gelernte wiederholen und direkt in der Anwendung erleben.
Dieses Jahr durften wir außerdem das Ultraschall-Team von GE HealthCare kennenlernen. Das Team arbeitet in der Produktentwicklung der Software zur Befunddokumentation, statistischen Auswertung und Archivierung von Ultraschalldatensätzen. Hier lernten wir ganz andere Themen und Herausforderungen kennen, die die Softwareentwicklung mit sich bringt, beispielsweise die Übersetzung in über 20 verschiedene Fachsprachen, den Umgang mit sensiblen Daten und deren Absicherung durch IT-Security oder auch die Tatsache, dass Fehler im Reporting schwerwiegende Konsequenzen für Patientinnen und Patienten haben können. Das stellte das Einschätzen der Ergebnisse als auch das allumfassendes Testing der Software in einem ganz besonderen Licht dar.
Natürlich hat auch in diesem Team der Softwareentwicklung KI Einzug gehalten. Sie unterstützt die Entwicklerinnen und Entwickler an bestimmten Stellen, muss jedoch immer durch den Menschen gegengeprüft werden. Dazu braucht es Fach- und Expertenwissen, so die Entwickler. Außerdem wurde nochmals betont, wie wichtig Informatik ist und dass dringend Nachwuchs in diesem Bereich benötigt wird.
Auch am Ultraschall erhielten wir eine Live-Demonstration. Hier gibt es wohl zwei Welten: die Welt der Aufnahme durch Spezialistinnen und Spezialisten und die Welt der anschließenden Befundung. Lustig war es allemal, und es wurde schnell klar, dass sowohl das Auffinden der gesuchten Organe als auch die Einschätzung, ob es sich überhaupt um das richtige Organ handelt, eine echte Herausforderung sind.
Für mich als Dozentin sind Exkursionen dieser Art essenziell. Zum einen sind sie äußerst informativ und verknüpfen Theorie und praktische Anwendung auf wunderbare Weise. Die Herausforderungen, die diese Themen mit sich bringen, werden greifbar, und zu sehen, mit wie viel Freude und Begeisterung die Expertinnen und Experten an diesen Aufgaben arbeiten, ist unglaublich motivierend. Es bestätigt mich darin, junge Menschen in ihrer Ausbildung zu unterstützen, damit auch sie später in so spannenden und gesellschaftlich wichtigen Themenbereichen wie der Gesundheit sowie mit neuen Werkzeugen wie KI arbeiten können, Freude an ihrem Beruf haben und die Digitalisierung aktiv mitgestalten.
Besten Dank also nochmals an das gesamte Team von GE HealthCare insbesondere Timo, Natascha, Arawa, Ha Young, Anabea, Martin, Olga und Franz – wir kommen sehr gerne wieder!