Autor/innen: Regina Paffenberger, Lukas Jaworski, Felix Storkenmaier, Maximilian Schreiber, Maximilian Semmisch, Maurice Urschel und Stefan Kolb
Tag 1 - Sonntag
Brrrrr - der Wecker klingelt… Es ist Sonntag morgens um etwa ~ 5:00 Uhr und unsere Stockholm Exkursion beginnt! Die erste Herausforderung: zum Flughafen kommen, manche wagen es mit der Bahn, für andere ist es gar nicht möglich und die Eltern / Freunde müssen helfen!
Wir treffen uns am Gate, alle haben es rechtzeitig geschafft, es kann losgehen! Im Flugzeug vergeht die Zeit “wie im Flug”, viele holen etwas Schlaf nach und schon landen wir in Stockholm Arlanda. Dort dann die zweite Herausforderung: Wie kommen wir mit unserer Wochenkarte ohne extra zahlen zu müssen zur Unterkunft? Eine kurze Internetrecherche später wissen wir, der Bus ist die Antwort. An der Bushaltestelle begrüßt uns Schweden ganz besonders, ein eisiger Wind weht, der Hagelkörner die Straße entlang pustet, ein Anblick, auf den wir nicht vorbereitet waren! In der Unterkunft wartet die nächste Überraschung, die Zimmer sind deutlich kleiner als erwartet, es wird kuschelig! Nachdem wir uns gestärkt hatten, sind wir in die Stadt zum Erkunden gefahren, es ist wirklich schön, viele Stellen sehen aus wie aus einem Gemälde! Im Anschluss treffen sich alle, die Lust haben, zum gemeinsamen Abendessen beim Italiener mit den Professoren, die Stimmung ist gut, das Essen ok aber der Bierpreis ist zu hoch! Letzter Stopp danach ist der Supermarkt mit einer weiteren Überraschung, in Supermärkten in Schweden wird nur Alkohol bis maximal 3,5% verkauft. Wichtiger ist aber, das lokale Bier schmeckt nicht schlecht und es ist bezahlbar! Anschließend lassen wir den Abend in der Unterkunft gemütlich ausklingen.
Tag 2 - Montag
Der Montag in Schwedens Hauptstadt begann am Königlichen Schloss – doch ein Staatsbesuch vom isländischen Präsidenten machte eine Besichtigung leider unmöglich. Stattdessen gingen wir zum nahegelegenen Dom. Dieser beeindruckte uns vor allem mit seiner bekannten Skulptur des Heiligen Georgs.
Anschließend ging es auf einen Spaziergang durch die Altstadt. Unterwegs liefen wir auch an der Deutschen Kirche vorbei, die an diesem Tag jedoch geschlossen war.
Am Nachmittag stand das Stockholmer Rathaus auf dem Programm. Bei einer Führung wurden die prunkvollen Säle besichtigt – darunter der Goldene Saal mit seinen Mosaiken und der Blaue Saal (der aber nicht blau war!), bekannt durch das Nobelpreis-Bankett.
Abends beschlossen wir, auf dem nahegelegenen Fußballplatz in der Nähe unseres Hotels eine Runde Fußball zu spielen. Anfangs teilten wir uns das Feld noch mit einer kleinen Gruppe, doch schon bald gehörte der Platz ganz uns allein. Unter Flutlicht spielten wir bis genau 22 Uhr – dann gingen die Lichter aus, was uns das Signal zum Aufbruch gab. Etwas später machten wir uns ausgepowert auf den Rückweg.
Tag 3 - Dienstag
Am Dienstag stand um 11.30 Uhr der Besuch bei Netlight Consulting an. Im Herzen der Stadt, in einem modernen Bürogebäude unter Größen wie Microsoft, versteckt sich ganz unscheinbar ein Diamant der Consulting-Branche.
Nach einem herzlichen Empfang ging es direkt in die Büro Räume. Das Erste, was ins Auge fiel, ist die junge Altersstruktur des Unternehmens. Anschließend wurden wir in einen Gruppenraum eingeladen, wo bei Speis und Trank eine Diskussionsrunde mit vier Vertretern aus allen Bereichen der Firma auf dem Programm stand. Nach kurzweiligen 60 min mit Austausch über das Arbeiten bei Netlight, Erfolgsfaktoren in der Branche und das Privatleben/das Leben in Stockholm der vier Diskussionspartner, ging es mit einer Führung durch das moderne Office weiter, das trotz Homeoffice-Möglichkeit voll besetzt scheint. Zum Ausklang gab es nochmal eine Networking-Runde im Atrium des modernen Büros oder einfach die Möglichkeit, das Mittagessen nachzuholen. Nach einem Gruppenfoto mit den Vertretern des Unternehmens, ist die erste Exkursion Runde auch schon gemeistert.
Am Nachmittag stand unsere Bootstour durch den Stockholmer Schärengarten an – Schwedens größte Inselgruppe. Besonders praktisch: Die Fähre, mit der wir unterwegs waren, war im ÖPNV-Ticket enthalten. Die Fahrt dauerte etwas mehr als zwei Stunden.
Zunächst genossen wir die Sonne und die frische Luft an Deck, während wir langsam den Stockholmer Hafen hinter uns ließen. Doch je weiter fuhren und je schneller das Schiff wurde, desto kühler und stärker wurde der Fahrtwind – schließlich zog es uns in die warme Kabine.
Während der Fahrt bot sich uns ein beeindruckendes Panorama: die wunderschöne Natur der Schäreninseln und dazwischen immer wieder die für Schweden so typischen roten Holzhäuser mit weißen Akzenten.
Tag 4 - Mittwoch
Am Mittwoch ging der Exkursion-Marathon beim Telekommunikations-Ausstatter Ericsson weiter. Bereits früh am Morgen (zum Unbehagen der Studenten) trafen wir uns am Bahnhof, um die 45-minütige Fahrt in einen Außenbezirk der Stadt zu beginnen. Empfangen wurden wir bei dem Telekommunikationshersteller mit einem ausführlichen Vortrag über die Geschichte von Ericsson, deren entwickelten und produzierten Antennen und grundlegende Netzwerktechnik. Anschließend führte uns die Reise in das Experience Lab des Unternehmens, in dem wir die Möglichkeiten von moderner Technologie (RoboDog, Virtuelle Zwillinge, AR-Glasses, etc.) in Verbindung mit der Unternehmenseigenen Netzwerktechnologie zu sehen bekamen. Auch hier gab es noch ein Gruppenfoto mit Unternehmensvertretern, was das Ende der Exkursion bei Ericsson markierte.
Unweit des riesigen Unternehmens Komplex befindet sich unscheinbar ein aus Fracht-Container errichteter Food-Court, wo wir noch festlich schmausten und dann die Aktivitäten des Tages weiter angingen.
Dann folgte mein persönliches Highlight der Exkursion: der Besuch des Vasa-Museums. Die Vasa, eine der größten Galeonen ihrer Zeit, sank am 10. August 1628 und wurde erst 1959 geborgen. Dank des hohen Schwefelgehalts im Wasser ist das Wrack außergewöhnlich gut erhalten und heute in seiner vollen Größe im Museum ausgestellt – über sieben Etagen hinweg.
Wir alle waren beeindruckt von der gewaltigen Dimension des Schiffs und der Liebe zum Detail, mit der es präsentiert wird. Besonders faszinierend war, dass man Nachbauten einzelner Räume und Decks betreten und so hautnah erleben konnte, wie es an Bord der Vasa einst gewesen sein muss.
Fast drei Stunden verbrachten wir in der Ausstellung – bis uns schließlich die Füße schmerzten und sich langsam auch der Hunger meldete.
Entgegen der Empfehlung der netlight Mitarbeiter ging es am Mittwochabend nicht zu IKEA, sondern in ein gemütliches Restaurant im Stadtbezirk Norrmalm zum gemeinsamen Abendessen. Auf der Karte stand das, worauf schon alle gewartet hatten: Köttbullar. Die schwedischen Fleischbällchen mit Kartoffelpüree, Preiselbeeren und Rahmsoße waren für viele von uns das kulinarische Highlight unseres Aufenthalts.
Danach versprach der Abend Spannung pur, denn wir machten uns auf den Weg zu einem Irish Pub, um das Champions-League-Halbfinale zwischen Inter Mailand gegen Barcelona zu schauen. Inmitten von Fußballfans aus Stockholm fieberten wir bei einer mitreißenden Partie mit und genossen die lebendige Stimmung.
Tag 5 - Donnerstag
Am Vormittag besuchten wir das Unternehmen Omegapoint in der Innenstadt, das auf IT-Sicherheit spezialisiert ist. Dort wurden wir von drei unterschiedlichen Referenten empfangen, die uns mit spannenden Vorträgen begrüßten. Besonders beeindruckend war ihre sprachliche Souveränität, trotz der Fremdsprache präsentieren sie ihre Themen fachlich fundiert und verständlich.
Aufgrund der hochsensiblen Daten, mit denene Omegapoint arbeitet, war der Zugang stark kontrolliert. Zudem gab es nur bestimmte Bereiche, in denen wir uns aufhalten durften, da wir bestimmte Daten und Aufträge nicht zu Gesicht bekommen durften.
Zum Mittagessen gab es eine Auswahl zwischen Köttbullar und Hähnchen. Die Verpflegung war in Ordnung, konnte geschmacklich jedoch nicht ganz so überzeugen wie das authentische Essen in der Stadt.
Ein besonderes Highlight des Besuchs war ein Fachbuch, das wir von einem der Vortragenden - einem der Mitautoren - mit persönlicher Signatur erhielten. Dieses Buch wird uns auch in Zukunft jederzeit an den Besuch erinnern.
Nach unserem Ausflug zu Omegapoint wurde Schloss Drottningholm besichtigt, der Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Dieses hatte ausgerechnet bei unserem Besuch Stromprobleme, was uns aber nicht davon abhalten konnte, die Räume zu betrachten. Hier staunten wir vor allem über die prunkvollen Säle, historischen Möbeln und die kunstvollen Malereien.
Nach dem Rundgang durch das Schloss gingen wir in dem weitläufigen Park spazieren. Dort entdeckten wir ein auf dem Rasen gemähtes Labyrinth. Der Weg durch die verschlungenen Linien zog sich sicher über mehrere Kilometer und machte den Ausflug zu einem unerwarteten sportlichen Erlebnis.
Tag 6 - Freitag
Am Freitag ergab sich schließlich doch noch die Gelegenheit, das Königliche Schloss in Stockholm von innen zu erkunden. Zumindest waren 5 Räume geöffnet. Außerdem war es möglich, weitere Schlossmuseen und die Schatzkammer, die mehrere Kronen enthielt, zu besichtigen.
Mittags stand der Besuch des Nobelpreismuseums auf dem Programm. In einer eher düsteren Atmosphäre erhielten wir Einblicke in das Leben und Wirken zahlreicher Nobelpreisträger sowie interessante Hintergrundinformationen über Alfred Nobel selbst.
In einem kleinen Kinosaal sahen wir uns mehrere Kurzfilme über verschiedene Preisträger und ihre Lebenswege an – informativ und stellenweise sehr bewegend.
Allerdings war der Umfang der Ausstellung für mich persönlich etwas enttäuschend. Das zeigt sich auch daran, dass eine geführte Tour durch das Museum nur fast 30 Minuten dauert.
Wieder draußen an der frischen Luft, ging es weiter zur Kirche S:t Johannes – ein neugotisches Bauwerk mitten im modernen Stockholm. Zwischen roten Backsteinen und hohen Spitzbögen konnten wir für einen Moment dem Trubel der Stadt entkommen. Einige setzten sich still in die Bankreihen, andere erkundeten die Architektur. Besonders die aufwendig gestalteten Fenster beeindruckten durch ihr Spiel mit Licht und Farben.
Anschließend stand das Auftaktspiel der Eishockey-Weltmeisterschaft zwischen Österreich und Finnland auf dem Programm. Die Partie war unglaublich spannend: Zwar lag Österreich bereits im ersten Drittel mit 0:2 zurück, konnte aber schnell auf 1:2 verkürzen. Das zweite Drittel blieb torlos, doch im letzten Drittel erzielte Österreich schließlich den Ausgleich – der Jubel im österreichischen Fanblock kannte keine Grenzen. Dann die Ernüchterung: Videobeweis – das Tor zählte nicht und so blieb es beim 1:2 - Sieg für Finnland.
Da sich nicht alle für das Eishockeyspiel begeistern ließen, gingen wir währenddessen in die Pizzeria Bara Vedugnspizza. Der Name ist Programm – hier kommt alles aus dem Holzofen. Während sich draußen der typisch schwedische Frühling langsam in den Abend schlich, genossen wir Pizza Margherita, Salami & Prosciuttto.
Um der gesamten Exkursion noch einen gebührenden Abschluss zu geben, trafen wir uns am letzten Abend alle gemeinsam nochmal in der Bar Lilla Compagniet im Stadtteil Södermalm. Bei guten Gesprächen und dem einen oder anderen vergorenen Hopfensaft ließen wir die hinter uns liegende Woche Revue passieren.
Da es nun der letzte Abend unserer Stockholm-Exkursion war, standen wir vor einer ganz besonderen Herausforderung: Unser Öl-Vorrat (schwedisch für Bier) musste dringend aufgebraucht werden – schließlich kann man das ja schlecht im Flugzeug transportieren.
Also nahm jeder seine Verantwortung ernst und leistete seinen Beitrag zur Lösung dieser Aufgabe. ;)
Tag 7 - Samstag
Tag der Abreise. Um die Reintegration in den bayerischen Kulturkreis leichter zu gestalten, waren auch am Flughafen in Arlanda noch einige Vorkehrungen zu treffen. So brachten wir Maxi noch auf schwedischem Boden das bayerische Kartenspiel “Watten” bei. Für ein paar Minuten fühlte sich das Flughafengate an wie ein Bierzelt mit Duty-Free-Shop.