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Mühldorfer Generationengespräch: „Was Eltern ihren Kindern auf den Lebensweg mitgeben“

Prof. Dr. Alfred Berger beim Mühldorfer Generationengespräch

Am 19. November hat das Mühldorfer Generationengespräch „Was Eltern ihren Kindern auf den Lebensweg mitgeben“ mit Prof. Dr. Alfred Berger stattgefunden. Die Veranstaltung mit über 50 Teilnehmenden wurde von den Studiengängen Pädagogik der Kindheit und Angewandte Psychologie am Campus Mühldorf am Inn organisiert.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ oder „Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen“. Diese Sprichwörter dürften vielen ein Begriff sein. In ihnen kommt die Vorstellung zum Ausdruck, dass Eltern einen großen Einfluss auf ihre Kinder ausüben und sich Verhalten und Überzeugungen nicht nur genetisch, sondern auch „sozial“ vererben.

Die Vorstellung der „sozialen Vererbung“ hat nicht nur Eingang ins Alltagswissen und in Sprichwörter gefunden. Sie bildet auch eine der ältesten Hypothesen im Rahmen der Erforschung menschlicher Entwicklung. In seinem Vortrag ging Prof. Dr. Berger nun dieser These nach. Er stellte dar, wie wichtig frühe familiäre Beziehungserfahrungen und elterliche Bildungsinvestitionen für den späteren Lebensweg von Kindern sind, unter welchen Bedingungen und auf welchen Wegen Verhaltensweisen und Überzeugungen von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden.

Prof. Dr. Berger nutzte als Datenbasis die LifE-Studie, eine der international größten Längsschnitt- und Generationenstudien. In der Studie wurden mehr als 2.000 Großeltern, Eltern und Kinder über einen Zeitraum von vierzig Jahren zu ihren Beziehungen und Lebensverläufen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass das elterliche Vorbild und die Erfahrungen in der Herkunftsfamilie auch heute noch das Verhalten und die Wertvorstellungen von jungen Menschen beeinflussen – trotz rasantem gesellschaftlichen und kulturellen Wandel und konkurrierenden Einflüssen durch Freunde, neue Medien und verschiedenste Modetrends. Beziehung, Erziehung und Bildung werden demnach in einem nicht unerheblichen Maße von Generation zu Generation „sozial“ vererbt.

Seit 1998 ist Prof. Dr. Berger selbst Mitglied des Leitungsausschusses der LifE-Studie, einem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Potsdam, Innsbruck, Zürich und Konstanz. Er lehrt an der Universität Innsbruck Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Generationenverhältnisse und Bildungsforschung.

Das Mühldorfer Generationengespräch findet regelmäßig am Campus Mühldorf am Inn statt, einem Außenstandort der Technischen Hochschule Rosenheim. Die Veranstaltung dient der breiten Öffentlichkeit als kostenlose Ringvorlesung zu generationenübergreifenden Themen. Die inhaltliche Gestaltung übernehmen Professorinnen und Professoren des Campus Mühldorf am Inn.

Zum Download:
Pressemitteilung (Word-Format)
Pressemitteilung (PDF-Format)

Foto 1: Prof. Dr. Alfred Berger beim Mühldorfer Generationengespräch 

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