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Küchen für Architektur in der Konversion

Ziel des Forschungsprojekts war es, Küchenmöblierungen zu schaffen und zu entwickeln, die sich in die relativ kleinen, aber bekannten Grundrisse älterer, sanierter Siedlungswohnungen von mehrgeschossigen Wohnhäusern integrieren lassen. Außerdem sollten sie den aktuellen Ansprüchen an einen modernen Küchenraum entsprechen.

Hintergrund und Inhalt des Projekts

Die Ausgangssituation bildete ein zwischen dem Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam entwickeltes Forschungsszenario. In den letzten Jahren sind viele zentrumsnahe Siedlungswohnungen (Geschosswohnungsbau) saniert und in Eigentumswohnungen umgewandelt worden. Diese Wohnungstypen sind bei einer spezifischen Käuferschicht gesucht, da diese noch bezahlbar, zentrumsnah und von attraktiver Infrastruktur umgeben sind. Die Küchen in solchen Wohnungen müssen von besserer Qualität als bei vergleichbaren Mietwohnungen sein, da die Wohnungseigentümer in den meisten Fällen diese Wohnungen selbst bewohnen.

Problematisch für die Ausstattungs- und Statuswünsche der Eigentümer im Bereich der Küche ist die geringe Quadratmeterzahl dieser Wohnungstypen bei den Küchen, die bei durchschnittlich 7,8 Quadratmetern liegt. Da diese Küchen zum Teil von Außenwänden, Lüftungs- und Kaminschächten umgeben sind, ist auch an eine Erweiterung der Küche mit Durchbrüchen zu den benachbarten Räumen nicht zu denken.

Die gehobene Küche aus Einfamilien- und Reihenhäusern, die die Küchenmöbelhersteller und Einbaugerätehersteller so gerne präsentieren, eignet sich also in diesem Fall nicht als Leitbild. Es müssen neue Küchenformen entwickelt werden, die sich in der urbanen Dichte umsetzen lassen und den Veränderungen der dortigen Gesellschaftsformen entsprechen.

Projektziel

Ziel des Forschungsprojekts war es, Küchenmöblierungen zu schaffen und zu entwickeln, die sich in die relativ kleinen, aber bekannten Grundrisse älterer, sanierter Siedlungswohnungen von mehrgeschossigen Wohnhäusern integrieren lassen. Außerdem sollten sie den aktuellen Ansprüchen an einen modernen Küchenraum entsprechen.

Diese haben sich über die vergangenen Jahrzehnte grundlegend geändert. Neben ihrer Grundfunktion, der gemeinsamen Zubereitung und Aufnahme von gesunder Nahrung, hat die moderne Küche zahlreiche neue Anforderungen zu erfüllen: Zum einen ist sie in den Mittelpunkt der Wohnung gerückt. Zweitens ist sie als neutrale Zone ein wichtiger Kommunikationsbereich und bedeutender Lebensraum zugleich geworden. Drittens müssen neue Küchen eine Steigerung des Komforts bei zugleich einfacherer Anpassung und flexibler Geräteintegration bieten.


Ausführlichere Projektinformationen finden Sie hier.

Projektablauf

Vier studentische Entwicklungsteams entwickelten Konzepte und Vorentwürfe, die zunächst in Arbeitsmodellen im Maßstab 1:5 und 1:1 umgesetzt wurden. Die Arbeitsmodelle dienten den ersten funktionalen und produktionstechnischen Überprüfungen. Von den ersten Konzepten bis zum endgültigen Entwurf wurden die Ideen und Zwischenentwürfe bewertet und selektiert. Je Entwicklungsteam wurde abschließend eine Küche soweit als möglich in den originalen Materialien und Oberflächen als Prototyp in den Werkstätten der Hochschule erstellt. Hier haben die Studierenden grundsätzlich die Möglichkeit, alle notwendigen Materialien wie Kunststoff, Holz, Verbundwerkstoffe oder Metall selbst zu bearbeiten. Mit Unterstützung von technischen Mitarbeitern und Kommilitonen fertigten die Studierenden eigenständig vier Raummodelle im Maßstab 1:1 als Design-Dummies an, die die entwickelten Konzepte unmittelbar erlebbar machten. Die Küchen wurden in eigens dafür gefertigten Raumcontainern montiert und aufgebaut, um eine realistische, typische Raumsituation von 7,8 Quadratmetern zu erzeugen.

Über ein Semester hatte ein Projektteam aus 32 Studierenden der Fakultät für Innenarchitektur und der Fakultät für Holztechnik vom Hausgerätehersteller und Einbaugerätespezialist Constructa-Neff den Auftrag, neue Küchenmöblierungen mit neuen und zukunftsfähigen Designkonzepten zu entwickeln. Die Bearbeitung des interdisziplinär angelegten Forschungsprojektes gliederte sich in die Phasen »Recherche und Analyse«, »Entwurf« und »Realisierung«, den Prototypenbau.

Betreut wurde das interfakultative Forschungsprojekt von Professor Kilian Stauss, Fakultät für Innenarchitektur, und von Professor Thorsten Ober, Fakultät für Holztechnik und Bau, sowie von Oswald Schmidt (technisches Personal). Unterstützung erhielten die Studierenden auch von Kommilitonen und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Fakultäten.

Innovation

Es entstanden vier eigenständige Küchenentwürfe, die eine gelungene Umsetzung der ermittelten Anforderungen in Material, Farbe, Form, Konstruktion und Funktion darstellen. In Kombination mit den komfortablen und barrierefreien Elektrogeräten des Kooperationspartners Constructa-Neff spiegeln die neuen Konzepte eine Sach- und Anmutungsleistung moderner Küchen wider, ohne Bestehendes zu kopieren. Es entstanden echte Neuentwicklungen, die sich bewusst von den bisherigen archetypischen Küchenprinzipien abheben, und die in der Realität ohne Einschränkungen umsetz- und anwendbar sind.

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