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Fachvorträge

Öffentliches Astronomisches Kolloquium

Regelmäßig berichten Fachreferenten aus ihrer täglichen astronomischen Arbeit zu aktuellen Themen in einem öffentlichen Kollquium an der Sternwarte Rosenheim. Die Vorträge sind populärwissenschaftlich und finden im Raum B 0.23 der Technischen Hochschule Rosenheim statt. Jedermann ist dazu herzlich eingeladen.
Kurzlink zu dieser Site:  www.sternwarte-rosenheim.de/vortraege

Die Video-Aufzeichnungen unseres Rosenheimer Kolloquiums findet man folgendermaßen:  → Direktlink auf "Urknall-Weltall-Leben" "Astro-Kollquium Rosenheim" Sie werden seit 2017 aufgezeichnet und auf das YouTube-Videoportal von "Urknall, Weltall und das Leben" (von Josef Gaßner und Harald Lesch) hochgeladen. Details siehe unten, sowie auch auf. www.sternwarte-rosenheim.de/vortragsarchiv

MI 22.01.2020, 19 Uhr, B023: Prof. Dr. Lena Noack: "Die Lebensfreundlichkeit von Exoplaneten – Bedingungen für eine (mögliche) Erde 2.0“

Exoplaneten (Planeten die andere Sterne umkreisen) sind mittlerweile in aller Munde – spätestens seit bekannt wurde, dass dieses Jahr der Nobelpreis für Physik zur Hälfte an zwei Exoplanetenentdecker verliehen wird - Michel Mayor und Didier Queloz, die vor über 20 Jahren in der Schweiz den ersten Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern gefunden haben. Die ersten Exoplaneten waren heiße Gasriesen (unserem Planeten Jupiter nicht unähnlich), die sehr nah um ihren Stern kreisen. Für die Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems kamen diese ersten Exoplaneten daher kaum in Frage.

In den letzten Jahren jagt aber eine erstaunliche Entdeckung die nächste, so zum Beispiel das TRAPPIST-1 System, welches weniger als 40 Lichtjahre von uns entfernt ist und von mindestens sieben Planeten umkreist wird - einige davon könnten durchaus Bedingungen an der Oberfläche haben, die günstig für die Entstehung von Leben sind und bewohnbar sein könnten. Oder Proxima Cen b, unser nächster Nachbarplanet außerhalb unseres Sonnensystems, der einen der drei Sterne im Alpha Centauri System umkreist. Auch er könnte unter Umständen lebensfreundlich sein - zumindest für Leben, so wie wir es kennen, also Leben dass aus Kohlenstoffverbindungen besteht und für das Wasser überlebenswichtig ist.

Aber woher können wir wissen, ob ein anderer Planet außerhalb unseres Sonnensystems an der Oberfläche Wasser haben kann? Die Planeten sind so weit von uns entfernt, dass wir mit unseren Teleskopen kein Bild von der Oberfläche auflösen können. In den meisten Fällen haben wir nur eine ungefähre Vorstellung von der Größe und Zusammensetzung des Planeten. Deswegen stützt sich die Exoplanetenforschung auf Computersimulationen basierend auf den Daten, die wir für Stern und Planet messen können, wie zum Beispiel Masse und Bahndaten des Planeten oder Aktivität des Sterns. Damit können wir die Vielfalt der Tausenden von Exoplaneten, die bereits entdeckt wurden, besser verstehen, und könnten am Ende die Nadel im Heuhaufen finden - eine zweite Erde.

Professor Noack kommt von der Freien Universität Berlin, Fachbereich Geowissenschaften, und beschäftigt sich mit der Geophysik, Mineralphysik und Geodynamik von Gesteinsplaneten.

Bildergalerie zum Vortrag (Klick auf Bild vergrößert)

  • Habitable Zone um einen Stern (NASA)
    Habitable Zone um einen Stern (NASA)
  • Möglicherweise bewohnbare Exoplaneten im Vergleich zu Planeten unseres Sonnensytems (JPL)
    Möglicherweise bewohnbare Exoplaneten im Vergleich zu Planeten unseres Sonnensytems (JPL)
  • Trappist 1: 7 Exoplaneten auf einen Streich (NASA/JPL Exoplaneten-Reisebüro)
    Trappist 1: 7 Exoplaneten auf einen Streich (NASA/JPL Exoplaneten-Reisebüro)
  • Trappist Exoplanetensytem (ESO, Kornmesser)
    Trappist Exoplanetensytem (ESO, Kornmesser)
  • Planet zieht vor einem Stern vorbei (NASA/JPL)
    Planet zieht vor einem Stern vorbei (NASA/JPL)
  • Stern Formalhaut mit Staubscheibe und Exoplanet (b) auf seiner Bahn. Direktabbildung (NASA, ESA, Levay(STScl))
    Stern Formalhaut mit Staubscheibe und Exoplanet (b) auf seiner Bahn. Direktabbildung (NASA, ESA, Levay(STScl))
  • Kepler 16b, der Planet, wo man zwei Schatten hat (NASA/JPL Exoplaneten-Reisebüro)
    Kepler 16b, der Planet, wo man zwei Schatten hat (NASA/JPL Exoplaneten-Reisebüro)
  • Die Referentin Prof. Dr. Lena Noack von der FU Berlin.
    Die Referentin Prof. Dr. Lena Noack von der FU Berlin.

Do 19.03.2020(!), 19 Uhr, B023: Dr. Andreas Hänel: "Lichtverschmutzung - Ein Problem nicht nur für Astronomen".

Ursprünglich betraf das Problem der Lichtverschmutzung vorwiegend Astronomen, die ihre Sternwarten in immer entlegenere Gebiete verlegen mussten, um noch einen dunklen Sternenhimmel beobachten zu können. Zudem wird durch die modernen energiesparenden LEDs immer heller beleuchtet und die Energieeinsparungen nur teilweise ausgenutzt.

Inzwischen wissen wir, dass immer breite Bereiche beeinträchtigt werden, Insekten, Zugvögel, aber auch Menschen werden durch die zunehmende künstliche Beleuchtung beeinträchtigt. Dabei ist der Einfluß auf das Insektensterben inzwischen auch bei deutschen Regierungen angekommen, während Frankreich sogar ein nationales Gesetz erlassen hat.

Hänel wird über die Ursachen der Lichtverschmutzung, Messmethoden, und die Auswirkungen ebenso berichten, wie über einfache und effektive Methoden sie zu reduzieren. Dabei sollen die inzwischen eingerichteten Sternenparks als Best Practice Beispiele dienen, wie eine nachhaltige Beleuchtung zum Schutz der Nacht angewendet werden kann.

Dr. Andreas Hänel ist Sprecher der Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternfreunde.

Mehr zum Thema:
www.ichtverschmutzung.de
www.patern-der-nacht.de

Bildergalerie zum Vortrag (Klick auf Bild vergrößert)

  • Lichterglocken zwischen Bayerischem Wald und den Alpen (Hänel)
    Lichterglocken zwischen Bayerischem Wald und den Alpen (Hänel)
  • Sternhimmel über der Nordseeinsel Spiekeroog (Hänel)
    Sternhimmel über der Nordseeinsel Spiekeroog (Hänel)
  • Straße mit voll abgeschirmten Leuchten, die nur die Straße beleuchten (Hänel)
    Straße mit voll abgeschirmten Leuchten, die nur die Straße beleuchten (Hänel)
  • Sternhimmel über dem Naturpark Millevache in Frankreich (Fischaugenoptik, Hänel))
    Sternhimmel über dem Naturpark Millevache in Frankreich (Fischaugenoptik, Hänel)
  • Sternhimmel über dem Naturpark Millevache in Frankreich (Hänel)
    Sternhimmel über dem Naturpark Millevache in Frankreich (Hänel)
  • Sternhimmel über dem Hohen Atlas/Marokko (Hänel)
    Sternhimmel über dem Hohen Atlas/Marokko (Hänel)
  • Der Referent Dr. Andreas Hänel, Sprecher der Fachgruppe Dark Sky
    Der Referent Dr. Andreas Hänel, Sprecher der Fachgruppe Dark Sky

Mo 25.05.2020, 19 Uhr, B023: Dr. Peter Predehl: "Wie baut man eine Röntgenteleskop, das die Astronomie revolutioniert? eROSITAs steiniger Weg in den Weltraum"

Das Röntgenteleskop eROSITA ist das Hauptinstrument auf der russisch-deutschen Weltraummission SRG („Spektrum-Röntgen-Gamma“). SRG wurde am 13. Juli 2019 mit einer Proton-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gebracht, auf eine Reise zum sogenannten Lagrange-Punkt 2, eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt auf der Sonnen-abgewandten Seite. Dort wird eROSITA vier Jahre lang den gesamten Himmel systematisch im Röntgenbereich mit beispielloser Empfindlichkeit kartieren.  

Zur Freude des Projektteams waren die ersten Tests des Observatoriums bemerkenswert erfolgreich. Die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse können sogar als sensationell bezeichnet werden (Stand November 2019), so dass die Astronmen zuversichtlich sind, die Astronomie zu revolutionieren zu können!

Doch bis dahin war es ein langer und zum Teil steiniger Weg: fast unlösbare technische Schwierigkeiten mussten überwunden werden, die große Politik führte beinahe zum Scheitern, und die Zusammenarbeit mit Russland gestaltete sich sehr spannend….   

Dr. Peter Predehl ist Projektleiter von eROSITA am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching und berichtet von einem großen astronomischen Projekt aus erster Hand.

Bildergalerie zum Vortrag (Klick auf Bild vergrößert)

  • eROSITA vor dem Start (RosCosmos)
    eROSITA vor dem Start (RosCosmos)
  • eROSITAs 7 Röntgenspiegelteleskope (Predehl, MPE, IKI)
    eROSITAs 7 Röntgenspiegelteleskope (Predehl, MPE, IKI)
  • eROSITA von hinten, 7 Kameras und Elektronik (Predehl, MPE, IKI)
    eROSITA von hinten, 7 Kameras und Elektronik (Predehl, MPE, IKI)
  • eROSITA auf Startrakete (RosCosmos)
    eROSITA auf Startrakete (RosCosmos)
  • eROSITA auf dem Weg ins All (RosCosmos)
    eROSITA auf dem Weg ins All (RosCosmos)
  • eROSITA auf dem Weg ins All (RosCosmos)
    eROSITA auf dem Weg ins All (RosCosmos)
  • Extrem heißes Gas (30 Mio K) zwischen zwei Galaxienhaufen mit heißen Punktquellen (eROSITA, Okt 2019, MPE, IKI, Uni Bonn, Uni Genf)
    Extrem heißes Gas (30 Mio K) zwischen zwei Galaxienhaufen mit heißen Punktquellen (eROSITA, Okt 2019, MPE, IKI, Uni Bonn, Uni Genf)
  • Der Referent Dr. Peter Predehl ist Projektleiter für eROSITA am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching
    Der Referent Dr. Peter Predehl ist Projektleiter für eROSITA am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching

Mo 16.11.2020 19 Uhr, B023: Prof. Dr. Hartmut Zohm: "Kernfusionsforschung - das Sternenfeuer auf die Erde holen?"

Die Fusion von Wasserstoffkernen ist die Energiequelle der Sterne. Seit mehr als einem halben Jahrhundert arbeiten Forscher daran, diesen Prozess auf der Erde nutzbar zu machen und sind ihrem Ziel schon sehr nahe gekommen. Ausgehend von der Beschreibung des 'Fusionsreaktors Sonne' wird im Vortrag dargestellt  wie ein Fusionskraftwerk auf der Erde realisiert werden soll. Dabei wird insbesondere auf den Einschluss heisser Wasserstoffplasmen in magnetischen Feldern in Tokamaks und Stellaratoren eingegangen.

Der derzeitige Stand der Forschungsarbeiten sowie die weltweiten Pläne zum nächsten Schritt, dem Nachweis der positiven Energiebilanz im gerade im Bau befindlichen ITER Experiment, werden im Detail vorgestellt.
Prof. Hartmut Zohm ist Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und dort für den Betrieb des Tokamakexperiments ASDEX Upgrade zuständig. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt
liegt auf der Erforschung von Plasmainstabilitäten welche die erreichbaren Plasmaparameter beschränken.

 

Bildergalerie zum Vortrag (Klick auf Bild vergrößert)

  • Fusionsreaktor Nr. 1: Unsere Sonne (IPP)
    Fusionsreaktor Nr. 1: Unsere Sonne (IPP)
  • ITER (IPP)
    ITER (IPP)
  • Der Referent Prof. Dr. Hartmut Zohm vom IPP.
    Der Referent Prof. Dr. Hartmut Zohm vom IPP.

Aufzeichnungen der Vorträge des astronomischen Kolloquiums der Sternwarte Rosenheim

Die Video-Aufzeichnungen der Vorträge aus dem Rosenheimer Kolloquium findet man folgendermaßen:

DIe Videos sich auch von unserer Website verlinkt: http://www.sternwarte-rosenheim.de/vortragsarchiv

Der Upload von neuen Vorträgen geschieht zeitverzögert, ca. 1 bis 4 Monate nach dem Vortragstermin, u.U. sind Passagen rausgeschnitten, damit die Upload-Filter der Plattform keinen Ärger machen :-(

Weitere Vorträge sind in Vorbereitung

Im Moment sind weitere Vorträge in Vorbereitung. Die genauen Termine stehen noch nicht fest. Infos dazu erhalten Sie im Aushang "D-Gebäude", der Sternwarten-Website (einfach zu merken: www.sternwarte-rosenheim.de) und unseren Sternwarten-Newsletter. Dazu werden unsere Veranstaltungen regelmäßig in der lokalen Presse, rosenheim24.de, in Radio-Charivari sowie im Regionalfernsehen RFO bekanntgegeben.

Wollen Sie immer über neue Vorträge informiert werden? Dann abonnieren Sie bitte den Newsletter der Sternwarte.

Nachtrag zum Vortrag

Dipl-Ing. Tilmann Denk am 24.11.2016

Die Erforschung des Ringplaneten Saturn: Raumsonde Cassini für dem 'Großen Finale'.

Saturn (NASA, Cassini (CC))

Wo kann man die Bilder der Cassini-Mission im Internet runterladen? Welche anderen astronomischen Bilder der Großteleskope oder Raumsonden sind öffentlich zugänglich?

Eine Liste mit Links der NASA, ESA, ESO wo man Zugriff auf die Fotos erhält finden Sie im Download unter Links ("Links zu den Fotos der Weltraumsonden" unter www.sternwarte-rosenheim.de/links)

NASA-Bilder sind grundsätzlich public domain (CC=Creative Commons-Lizenz), bei anderen Quellen ist das nicht immer der Fall.

Nachtrag zum Vortrag

Dr. Josef Gaßner am 15.01.2014

Physik-Nobelpreis 2013: Das Higgsteilchen: seine Bedeutung für unser Weltbild und sein Nachweis am Large Hadron Collider (LHC)

Dr. Josef Gaßner
Dr. Josef Gaßner

"Volle Hütte" war mal wieder angesagt beim öffentlichen Astronomie-Kolloquium der Sternwarte Rosenheim, als Dr. Josef Gaßner das hochkomplexe Thema allen Interessierten darlegte.

Für alle, die den tollen Vortrag verpassten, gibt es die Möglichkeit diesen im You-Tube-Kanal von Lesch & Gaßner nochmal anzuschauen, als Dr. Gaßner am 18.11.2014 den fast identischen Vortrag bei den Sternenfreunden Fürth hielt (Titel "Higgs & LHC - der Stand heute und wie gehts weiter"). Hier der Link:

Sehen Sie hier den inhaltlichen fast gleichen Vortrag von Dr. Josef Gaßner online - auf seinem You-Tube-Kanal.

Nachtrag zum Vortrag

Prof. Dr. Harald Lesch am 29.10.2012

Der Außerirdische ist auch nur ein Mensch!

Professor Doktor Harald Lesch
Prof. Dr. Harald Lesch

Die Hochschule war gefüllt bis in den letzten Winkel: großer Hörsaal, Foyer, Cafeteria: Übertragung auf drei Leinwände: über 1000 Fans von Prof. Dr. Harald Lesch (LMU München, Hochschule für Philosophie, ZDF, BR) lauschten seinen Ausführungen zum Thema: "Der Außerirdische ist auch nur ein Mensch!"

Zwei Stunden lang ein Feuerwerk der Astrophysik und Philosophie ein wahrer Höhepunkt der Feierlichkeiten zu "25 Jahre Sternwarte Rosenheim". 

Sehen Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Lesch online - Regionalfernsehen Oberbayern (RFO).

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