Muster- und Testwohnung des Projekts „DeinHaus 4.0“ in Freilassing eröffnet

Das Forschungsprojekt „DeinHaus 4.0“ der TH Rosenheim verzeichnet einen weiteren Meilenstein. Nach der Eröffnung des Wohnkompetenzzentrums in Amerang folgt nun die Muster- und Testwohnung in Freilassing.

Das Bad in der Muster- und Testwohnung des Projekts "DeinHaus 4.0" in Freilassung - so ausgestattet, dass ein Leben in den eigenen vier Wände möglichst lange ermöglicht wird. (Bild: Chris Colman)

Die Muster- und Testwohnung in Freilassing, befindet sich im neuen AWO Seniorenzentrum und stellt einen von zwei Standorten des Modellprojekts „DeinHaus 4.0“ der Technischen Hochschule Rosenheim dar, welches in enger Kooperation mit dem Landkreis Berchtesgadener Land und der Gesundheitsregion plus im Landkreis Rosenheim durchgeführt wird. Wie auch im Wohnkompetenzzentrum in Amerang, steht in Freilassing ebenfalls die Frage nach den Möglichkeiten im Fokus, wie ein selbstbestimmtes Leben zuhause realisierbar ist, wenn es grundsätzlich oder zunehmend körperliche Einschränkungen zu bewältigen gibt. In höherem Alter bzw. bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit wird oft deutlich, dass viele Wohnungen oder Häuser den Anforderungen ihrer Bewohner und Bewohnerinnen nicht mehr gerecht werden. Ein selbständiges Leben daheim wird damit zunehmend schwieriger oder gar unmöglich.

Das Forschungsprojekt „DeinHaus 4.0“ will hier gegensteuern. So wurde die Muster- und Testwohnung in Freilassing mit ergonomischen Mobiliar unter Berücksichtigung ausreichender Bewegungsflächen sowie technischen Assistenzsystemen ausgestattet. Dabei wurden besonders die Bedürfnisse von Menschen nach einer Rehabilitation, beispielsweise nach einem Schlaganfall, einer stationären geriatrischen Rehabilitation oder bei einer Long-COVID-Erkrankung, aber auch von Senior*innen und Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung berücksichtigt. Diese Technischen Assistenzsysteme sowie die unterstützenden Produkte und Dienstleistungen sollen hier praxisnah erprobt und ausgestellt werden.

Forschung in enger Zusammenarbeit mit dem Seniorenzentrum

Die Muster- und Testwohnung, als Teil des AWO Seniorenzentrums in Freilassing, soll wichtige Erkenntnisse für das Forschungsvorhaben des Projektes „DeinHaus 4.0“ liefern. „Das Kompetenzzentrum in Freilassing bietet als barrierefreie Wohnung angegliedert an ein Seniorenheim die optimalen Möglichkeiten für Probewohnen und Wohnberatung, um innovative Wohnraumgestaltung, Assistenzsysteme und Versorgungsformen zu testen und den Bedarfen entsprechend anzupassen“, erläutert die Projektleiterin Prof. Dr. Sabine Ittlinger. Prof. Dr. Franz Benstetter, stellvertretender Projektleiter und Hauptverantwortlicher für den Standort Freilassing, fasst den Nutzen der Kooperation zwischen dem Seniorenzentrum und der TH Rosenheim sogar noch weiter: „Durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem AWO Zentrum Freilassing, mit der Senioren- und Wohnberatung des Landratsamtes Berchtesgadener Land, mit den Sozialen Diensten und Rehakliniken sowie mit den Sozialversicherungsträgern gelingt es uns nicht nur, die Bedürfnisse der Zielgruppen, sondern auch die Bedürfnisse des Versorgungsnetzwerkes zu identifizieren. Somit können neue Lösungen in der Versorgung geschaffen werden, um bestehende Versorgungslücken z.B. nach einer stationären Rehabilitation zu schließen.“

Ab 2022 startet die Testwohnphase in Freilassing

Im kommenden Jahr soll die Muster- und Testwohnung schließlich ihrem Namen alle Ehre machen und für Testwohnphasen zur Verfügung stehen. Dadurch können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden und basierend auf dem Feedback der Testwohner*innen weitere Anpassungen vorgenommen werden. Die Muster- und Testwohnung wurde im Oktober feierlich mit Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft sowie der TH Rosenheim eröffnet. Bernhard Kern, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, freute sich bei der Eröffnung über die Realisierung dieses Projekts in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Rosenheim. „Das Wohnkompetenzzentrum bietet den großen Vorteil, dass die Beratung nicht nur ‚in der Theorie‘ stattfindet, hier werden Assistenz- und Hilfsmittel konkret vorgestellt“, so Kern.

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