Flugtests von E-Segelflugzeug – Kooperationsprojekt mit RWTH Aachen

Ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden der TH Rosenheim und der Forschungsgruppe Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen (FVA) der RWTH Aachen geht nun in die entscheidende Phase: Im August erfolgen die ersten zugelassenen Flugtests mit einem Segelflugzeug, das um einen elektrisch angetriebenen Hilfsantrieb erweitert wurde.

Das elektisch angetriebene Segelflugzeug wurde Mitte April auf der Messe Aero in Friedrichshafen präsentiert.

Besuch des studentischen Entwicklungsteams der FVA an der TH Rosenheim.

Im Rahmen des interdisziplinären Kooperationsprojekts EAGLE (Electric Auxiliary Propulsion for a Glider) haben seit 2014 Studierende der Elektro- und Informationstechnik an der TH Rosenheim eine komplexe Avionik-Software entwickelt, die im Cockpit eines Segelflugzeugs einen besonders leisen und zuverlässigen elektrischen Hilfsantrieb überwacht und steuert.

Parallel zu den ersten Flugversuchen werden die Studierenden Belastungstests mit der endgültigen, flugfähigen Batteriekonfiguration durchführen. Die Batterie besteht aus über 500 Einzelzellen, die mit einer speziellen Klebetechnik kontaktiert sind. Sie wiegt bei 5 Kilowattstunden Energiekapazität knapp 30 Kilogramm.

Ausführliche Bodentests und Standläufe bei der FVA ergaben, dass die Software der Rosenheimer Studenten fehlerfrei funktioniert. „Dies war möglich, weil der Programmcode gemäß dem MISRA-C Zuverlässigkeitsstandard entwickelt wurde“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Birger Mysliwetz. „Die Nutzung moderner Werkzeuge und Verfahren zur Überprüfung von Programmcode – um Fehlerquellen von vornherein auszuschließen und somit zuverlässige Software herzustellen – als auch das Testen und Debugging komplexer Echtzeitsoftware wird hier in Projekt- und Abschlussarbeiten trainiert“, bemerkt der Professor für Mikrocomputertechnik und Embedded/Echtzeit-Programmierung. 

In der jetzigen Erprobungsphase steht darüber hinaus ein kompletter Testaufbau samt Motorprüfstand im Labor für Mikrocomputertechnik der TH Rosenheim für die Entwicklung zur Verfügung. Bis zum Beginn der der Flugtests müssen die Rosenheimer Studierenden nur noch kleinere Anpassungen vornehmen.

Das Projekt EAGLE bildet thematisch und gerätetechnisch die Grundlage für anspruchsvolle, praxisorientierte Projekt- und Abschlussarbeiten von Studierenden aus den Studiengängen Angewandte Forschung und Entwicklung, Elektro- und Informationstechnologie, Informatik und Maschinenbau. Das Aachener Team bringt vor allem seine Kompetenzen in der Luftfahrttechnik, Aerodynamik, im Leichtbau und bei Faserverbundwerkstoffen in die Kooperation mit ein – für beide Seiten eine ideale Partnerschaft.

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