3,7 Millionen Euro Förderung für TH-Forschungs-Projekt

Wie die digitale Technik pflegebedürftige Menschen im Alltag zu Hause unterstützen kann, erforscht das Projekt „DeinHaus 4.0 - Oberbayern“. Hierfür hat die Technische Hochschule Rosenheim nun 3,7 Millionen Euro vom Freistaat Bayern erhalten.

Feierliche Übergabe der Förderung für das Projekt "DeinHaus 4.0-Oberbayern" u.a. mit der Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml, TH Rosenheim Präsident Prof. Dr. Heinrich Köster, Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner und die Gesamtprojektleiterin von "DeinHaus 4.0 - Oberbayern" Prof. Dr. Sabine Ittlinger. (Foto: StMGP)

Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben – diesen Wunsch versucht das Forschungsprojekt „DeinHaus 4.0 - Oberbayern“ der TH Rosenheim mit Hilfe von technischen Assistenzsystemen, unterstützenden Produkten und Dienstleistungen zu ermöglichen. Erlebbar wird das durch mehrere Musterwohnungen. Hierbei werden Seniorinnen und Senioren, Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf, deren Angehörige und Patienten nach der Entlassung aus der Reha oder Akutklinik Wege aufgezeigt, wie privater Wohnraum so gestaltet werden kann, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.

An diesem Zukunftsthema forscht die Technische Hochschule Rosenheim in den nächsten viereinhalb Jahren an mehreren Standorten in Oberbayern. Mitte Februar überreichte Gesundheitsministerin Melanie Huml einen Förderbescheid in Höhe von 3,7 Millionen Euro an den Prof. Dr. Heinrich Köster, Präsidenten der TH. „Mein Ziel ist, dass pflegebedürftige Menschen möglichst lange, möglichst selbstständig in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können. Wir brauchen technisch-digitale Unterstützung, die von den Pflegenden und den Pflegebedürftigen akzeptiert wird. Deshalb muss die neue Technik praxistauglich sein.", so Hummel. „Wir gratulieren, der hervorragenden Vorbereitung der Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften zum Projekt „DeinHaus 4.0 - Oberbayern“ und freuen uns, dass wir als Landtag dieses Projekt fördern können.", sagten die zuständigen Abgeordneten der Stadt und des Landkreises Rosenheim Otto Lederer und Klaus Stöttner.

Das interdisziplinäre Projekt wird von sechs Professorinnen und Professoren aus den Bereichen Innenarchitektur, Innenausbau, Physiotherapie, Pflegewissenschaft, Versorgungsforschung und Sozialversicherungen gestaltet und mit insgesamt 13 Mitarbeiterstellen und Sachmitteln ausgestattet. Heinrich Köster gratuliert stolz dem Professorenteam: „Ein Forschungsvorhaben von so bedeutender Größenordnung nach Rosenheim geholt zu haben, beweist, dass die Entwicklung der Hochschule im Bereich Gesundheit in den letzten zehn Jahren richtig und vor allem von Erfolg gekrönt war.“  „DeinHaus 4.0 – Oberbayern“ ist mit Abstand das am höchsten dotierte Projekt in der Historie der Technischen Hochschule Rosenheim. So vereint es die Anforderungen des Demographischen Wandels mit dem Trend der Digitalisierung.

Der Landkreis Berchtesgadener Land sowie die Gesundheitsregionplus im Landkreis Rosenheim sind Kooperationspartner. Ziel des Projektes ist es, Endnutzern, Leistungserbringern und Sozialversicherungen eine Möglichkeit zu geben, Raumkonzepte sowie pflege- und versorgungsunterstützende Dienstleistungen und technische Lösungen mitentwickeln, anwenden und testen zu können. Die prototypischen Umsetzungen werden nach verschiedenen Dimensionen und Zielgruppen evaluiert, um Implementierungsstrategien entwickeln zu können. So sollen die Konzepte insbesondere auch den Patienten Nutzen bringen, die nach einer Reha nach Hause entlassen werden. Auch die Erweiterung der Technikkompetenzen in der Ausbildung von Therapie- und Pflegeberufen wird im „DeinHaus 4.0 – Oberbayern“ erforscht.

Die Gesamtprojektleiterin und Dekanin der Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Sabine Ittlinger, betont dabei: „Jeder von uns will weitgehend eigenständig, mit hoher Lebensqualität und möglichst lange in seiner eigenen Wohnung bleiben. Daher liegt der Fokus auf kostengünstigen, intuitiv bedienbaren technischen Optionen, die Gesundheit erhalten und fördern und daher ein selbstbestimmtes Leben gewährleisten.“

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