3. Forum Berufliche Einmündung des Studiengangs Pflege

Am 19. Februar haben Referenten am Campus Mühldorf am Inn deutschlandweite Leuchtturmprojekte für Pflegepersonal vorgestellt, das in Hochschulen ausgebildet wurde.

Referenten und Veranstalter von links nach rechts: Birgit Alpers (UKE Hamburg-Eppendorf), Prof. Dr. Martin Müller (TH Rosenheim), Dr. Johann Feuchtinger (Uniklinikum Freiburg), Dr. Bernhard Holle, (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen), Prof. Dr. Katharina Lüftl (TH Rosenheim) und Barbara Pews (Contec GmbH).

Im Sommer 2020 werden die ersten Studierenden den dualen Bachelorstudiengang Pflege am Campus Mühldorf am Inn abschließen und dem stark unter Druck stehenden Pflegemarkt als hochschulisch ausgebildetes Pflegepersonal zur Verfügung stehen.

Um die Absolventen tatsächlich in der Region halten zu können und so dem drängenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bedarf es geeigneter Stellenprofile in den Gesundheitseinrichtungen. Der Studiengang Pflege der Technischen Hochschule Rosenheim bereitet auf eine Tätigkeit in der klinischen Versorgung von Pflegebedürftigen aller Altersgruppen vor, also auf die direkte Ausübung von Pflege in allen denkbaren Settings und Handlungsfeldern. Auch wenn das duale Pflegestudienangebot in der Region vergleichsweise neu ist, bestehen in anderen Bundesländern schon deutlich länger Studienmöglichkeiten für Pflegende, so zum Beispiel in Freiburg und Hamburg.

Der Einladung zum Forum Berufliche Einmündung sind insgesamt vierzig Führungskräfte, Lehrende und Studierende gefolgt. Die Studiengangsleitung Prof. Dr. Katharina Lüftl betonte: „Das Forum berufliche Einmündung repräsentiert den von uns selbst formulierten Anspruch, uns nach außen zu öffnen und einen Beitrag für die Pflege in der Region zu leisten. Wir strecken hierfür unsere Fühler in all die Richtungen aus, wo Pioniere der Pflegeakademisierung bereits Einsatzmodelle für hochschulisch ausgebildete Pflegepersonen erprobt haben. Das sind Erfahrungen, von denen wir in dieser Region profitieren können.“

An der Universitätsklinik Freiburg sowie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf wurden – am Peppa Framework orientierte – differenzierte Einsatzmodelle entwickelt und erprobt, die pflegerische Qualifikationsniveaus von der Pflegehelferqualifikation bis hin zur pflegewissenschaftlichen Promotion berücksichtigen.

Die verantwortlichen Pflegedirektorinnen Dr. Johanna Feuchtinger und Birgit Alpers präsentierten ihre Modelle und gingen dabei ausführlich auf konkrete Mitarbeiterbeispiele sowie auf ihre positiven Erfahrungen mit dem Skillmix ein. Aufgezeigt wurde außerdem, welche realen Praxisentwicklungsprojekte die Studierenden im letzten Studienabschnitt aufnahmen und nach ihrer beruflichen Einmündung erfolgreich weiterführten. Hierzu zählen unter anderem Beratungs-, Lagerungs- und Beatmungskonzepte für ausgewählte Patientengruppen wie onkologische Patienten oder Patienten im OP.

Des Weiteren wurde das Versorgungsmodell eines Altenheimträgers in Nordrhein-Westfalen vorgestellt, das im Rahmen eines durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW drittmittelgeförderten Projektes unter Beteiligung des Standorts Witten am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) pilotiert wurde. Dabei öffnet sich die stationäre Versorgung im Pflegeheim für das umliegende Quartier, Pflegende sind in eigenen Zeitfenstern auch in der ambulanten Pflege tätig. Ziel ist Kontinuität für Pflegebedürftige zu schaffen, die zunächst noch daheim leben und bei zunehmender Pflegebedürftigkeit in eine stationäre Einrichtung umziehen können, in der ihnen die Pflegenden bereits vertraut sind. Dr. Bernhard Holle präsentierte dieses innovative Modell, für das Pflegende ein umfassendes und auf mehrere Einsatzfelder gerichtetes Kompetenzprofil benötigen.

Zuletzt stellte die Unternehmensberaterin aus dem Altenpflegebereich Barbara Pews ihre strategischen Überlegungen zur Beschäftigung von Hochschulabsolventen im Geltungsbereich des Elften Buches Sozialgesetzbuch vor. Dr. Holle brachte abschließend auf den Punkt, wie wichtig die Entwicklung geeigneter Stellenprofile für Hochschulabsolventen in der Pflege ist: „Richten wir keine geeigneten Stellen für die Studienabsolventen ein, können sie ihre Fähigkeiten nicht zur Geltung bringen. Das ist, wie mit einem Ferrari auf Glatteis zu fahren: Es bringt nichts!“

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